SPD: Große Unterschiede in der Bildung

In Bayern hängt der Schulerfolg nach wie vor stark vom Wohnort ab. Darauf der SPD-Bildungssprecher Martin Güll anhand aktueller Zahlen aus dem Kultusministerium verwiesen. So liegen in den meisten Städten die Übertrittsquoten ans Gymnasium deutlich über denen in ländlichen Regionen. In Oberbayern mit dem Ballungsraum München traten im vergangenen Schuljahr 43,9 Prozent der Viertklässler ans Gymnasium über, in Oberfranken nur 34,3 Prozent. Die regionalen Unterschiede sind zum Teil gewaltig. Die mit Abstand höchste Übertrittsquote hatte der Landkreis München mit 61,4 Prozent, die niedrigste der Landkreis Rottal-Inn mit nur 25,1 Prozent.

Auch innerhalb der Oberpfalz gab es gravierende Unterschiede. Spitzenreiter ist die Stadt Regensburg mit 45,1 Prozent, Schlusslicht der Landkreis Tirschenreuth mit 27,4 Prozent. Dafür gab es dort mit 39,6 die bayernweit höchste Übertrittsquote an die Realschule. Vergleichsweise viele Schüler des Jahrgangs wählten das Gymnasium in Weiden (39,4%) und Amberg (37,1%) sowie im Landkreis Neustadt/WN (36,7%). Im Landkreis Amberg/Sulzbach lag die Quote bei 30,1 und im Landkreis Schwandorf bei 31 Prozent.

Güll folgerte aus den Zahlen, dass die Schulangebote im ländlichen Raum sowie die langen Fahrzeiten in die Schulen der Städte viele durchaus geeignete Schüler vom Wechsel ans Gymnasium abschreckten. Es müssten deshalb in den ländlichen Regionen mehr Schulen mit allen Abschlussmöglichkeiten angeboten werden, um die Potenziale aller besser nutzen zu können. Zudem sei ein Auswahlverfahren erforderlich, das nicht nur auf Noten basiere.
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