"Spielberger Wurschtkuchl"

Viele Spielberger nahmen sich die Zeit, um mit den Ortsplanern Rudi Meißner und Anne Wendl (von rechts) "Problemstellen" zu besichtigen. Bild: fla

In Spielberg soll sich bis zur 125-Jahr-Feier der Feuerwehr 2016 noch einiges tun. Im Fokus stehen die Umgestaltung des Dorfplatzes, des Feuerwehrhaus-Umfelds und des alten Schlachthauses.

"Das Förderprogramm ELER 2020 ist eine Art Ideenwettbewerb, das mit 60 Prozent der Nettokosten gefördert wird", erläuterte Karsten Hessing vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) bei einer Ortsbegehung. Viele Bürger hatten sich mit Bürgermeister Josef Beimler sowie den Ortsplanern Anne Wendl (Landimpuls, Regenstauf) und Rudi Meißner (Waldthurn) getroffen, um sich über mögliche Projekte auszutauschen.

Spielberg sei ein Sonderfall, sagte Hessing, und eigentlich nicht bei der Dorferneuerung Waldthurn 3 dabei. Die angedachten Maßnahmen könnte man aber gut in dem Wettbewerb unterbringen, wobei private Vorhaben ausgeschlossen seien. Eine andere Möglichkeit wäre die sogenannte einfache Dorferneuerung, die jedoch mehr Zeit in Anspruch nehmen würde. Als Schwerpunkte nahmen die Teilnehmer Dorfplatz, Umfeld der Kirche und des Feuerwehrhauses sowie das ehemalige Schlachthaus in Augenschein. Zum anliegenden Spielplatz wurden auch die Kinder gefragt. Simon Schwab stellte fest: "Außer der Schaukel, die quietscht, passt eigentlich alles."

Erschwerte Räumarbeiten

Viele Vorschläge und Anregungen wurden mit den Anwohnern diskutiert. "Pflaster vor der Kirche würde den Platz aufwerten und gleichzeitig könnte das Problem der Entwässerung gelöst werden", schlugen die Planer vor. Einige Spielberger warfen ein, dass die Räumarbeiten im Winter erschwert würden. Außerdem könnte das Pflaster beschädigt werden.

Auch der Vorschlag, die Bepflanzung zu schließen und auf dem Weg zur Kirche zwei weitere Bäume zu pflanzen, diskutiert die Bürger heftig. Als Probleme sahen sie die Übernahme der Pflege und im Herbst die Beseitigung des Laubs auf dem Weg. "Wir mähen bereits den Spielplatz und halten die vorhandene Bepflanzung in Ordnung", sagten die Bewohner. Meißner empfahl trotzdem, beim Kirchenvorplatz den "Grünplatz-Charakter" zu betonen.

Ein anderes Thema war das alte Schlachthaus, von Wendl in "Spielberger Wurschtkuchl" umbenannt. Die gemeinschaftliche Nutzung wäre für ELER 2020 von Vorteil. Überlegungen waren, Toiletten einzubauen und die Räume auch für die Jugend zu gestalten. Der Vorschlag, eine Terrasse mit Pergola und Sitzgelegenheit anzubauen, stieß bei den Spielbergern auf große Zustimmung.

"Es ist durchaus möglich, dass wir bei diesem Programm eine Chance haben", erklärte Meißner. Nicht ganz so optimistisch sahen es die Spielberger. Sie befürchten, dass bis zum Feuerwehrjubiläum 2016 nichts gemacht wird. "Wenn es mit ELER nicht klappt, muss die Gemeinde einspringen, damit es zum Fest ordentlich ausschaut", beruhigte der Bürgermeister.

Nicht nur Platzgestaltung

Auch Hessing machte Hoffnung: "Wenn es klappt, wird über den Winter geplant und im Frühjahr durchgestartet." Sollte Spielberg nicht ins Förderprogramm kommen, gebe es immer noch die einfache Dorferneuerung. "Dann sind wir aber nicht bis zum Fest fertig", betonte Hessing.

Durch sinnvolle, gemeinschaftliche Nutzungsvorschläge würden sich die Chancen erhöhen, erklärten die beiden Ortsplaner. "'Nur eine Platzgestaltung ist nicht förderlich", ergänzte Wendl. Zunächst wird nun der Entwurf beim zuständigen Ministerium eingereicht. Dann heißt es: abwarten. Sobald die Zustimmung das ist, wird in die endgültige Planung eingestiegen.
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