Spuren im Dorf sichtbar machen

Geschichte und Gegenwart waren die bestimmenden Themen der Bürgerversammlung im Gasthaus Scharnagl. Neben der historischen Entwicklung des Dorfes gab es auch einige Anregungen für die Zukunft. Im nächsten Jahr sollen dann eine Initiative und Arbeitskreise zur Ortsentwicklung gegründet werden.

"Eigentlich hatte ich ein volles Haus erwartet", eröffnete Bürgermeister Josef Schmidkonz die Versammlung. Schließlich standen wichtige Themen auf der Tagesordnung. Zu Beginn referierte die Stadtbauhistorikern Alexandra Baier. Sie hatte einen Denkmalpflegerischen Erhebungsbogen über den Ort erstellt. Die gebürtige Österreichern stellte dabei klar: "Es geht nicht darum Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Das ist nicht meine Aufgabe". Vielmehr gehe es darum, historische Spuren, die heute noch im Dorf erkennbar sind, sichtbar zu machen. Dazu erfolgte im Oktober 2013 eine Bestandsaufnahme. "Wir haben einiges ans Tageslicht gebracht", erklärte Alexandra Baier.

An Straße nach Böhmen

Ihre Arbeitsgrundlage waren Pläne aus dem 19. Jahrhundert auf denen Hausbesitzer und Grundstücksgrenzen eingezeichnet sind. "Warum haben sich eigentlich Menschen hier angesiedelt", fragte die Stadtbauhistorikerin. Gründe seien die passenden Standortfaktoren wie die Wasserversorgung oder die Tallage. Auch eine frühmittelalterliche Straße in Richtung Böhmen führte einst durch den Ort. Gegründet wurde das Dorf wahrscheinlich bereits vor dem Jahr 1122, was es zu einem der ältesten Orte im Stiftland macht.

Für Alexandra Baier steht aber die Entwicklung, also die Veränderungen im Blickpunkt. So gab es wohl einmal zwei Mühlen und ein Hammerwerk in Großkonreuth. "Insgesamt blieb das Dorf strukturell recht gut erhalten", fasst Baier zusammen. Auch gibt es einige Sondergebäude, die erhaltenswert sind. So etwa die Kirche, das ehemalige Pfarrhaus und einige typische Vierseithöfe. Die Ergebnisse der Untersuchung werden an die Gemeinde übergeben und sind dort auch einsehbar.

Anregungen aus Vorarlberg

Nach dem Blick in die Vergangenheit schaute Frank Langguth vom Amt für ländliche Entwicklung auf einen Ausflug im vergangenen Jahr zurück. Die Gemeinderäte und auch einige Bürger waren im Herbst in Vorarlberg, um sich Anregungen zur Dorfentwicklung zu holen. Im Nachbarland Österreich waren die Besucher aus dem Stiftland recht beeindruckt vom Einfallsreichtum der Einheimischen. So wurde etwa für den Erhalt eines Gasthauses kurzerhand ein Selbsthilfeverein gegründet. "Auch wir müssen den Mut haben positiv in die Zukunft zu denken", appellierte Langguth an die Anwesenden.

Außerdem informierte Bürgermeister Josef Schmidkonz über die allgemeinen Aktivitäten der Gemeinde. So wären 2014 keine großen Projekte in Angriff genommen worden. "Dafür war der Haushalt mit den laufenden Maßnahmen ausgereizt", so Schmidkonz. 2015 allerdings, so der Politiker, werde man wieder einiges angehen (weiterer Bericht folgt).
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