SpVgg Jahn Forchheim effektiv und eiskalt
Galasek-Elf unterliegt mit 1:2

Symbolbild: dpa
Weiden. (lst) Es ist zum Haare raufen: Wieder einmal ein Spiel bestimmt, viele Möglichkeiten erarbeitet und am Ende ohne zählbaren Erfolg dastehend – der Fußball-Bayernligist SpVgg SV Weiden unterlag am Samstagnachmittag beim bis zur letzten Minute kämpfenden Namensvetter Jahn Forchheim vor 250 Zuschauern mit 1:2 (0:2) und scheiterte erneut an seiner schlechten Chancenverwertung und an zwei Nachlässigkeiten in der Abwehrarbeit.

Forchheims Trainer Michael Hutzler fand nach dem Schlusspfiff verständlicherweise nur lobenede Worte für sein Team: „Wir haben super gekämpft. Aufgrund unserer vielen Verletzten können wir zur Zeit spielerisch kein Match gewinnen.“ Thomas Roas habe zwei tolle Konter-Tore erzielt. „Im Großen und Ganzen war das kein gutes Bayernliga-Spiel. Beide Teams stehen zu Recht hinten drin. Wir hatten im ganzen Spiel zwei gute Aktionen und haben daraus zwei Tore gemacht.“

Weidens Coach Tomas Galasek zeigte sich von der Niederlage sehr enttäuscht: „Uns hat einfach die Orientierung gefehlt. Wir gewinnen keinen zweiten Ball, wurden durch zwei schnelle Konter überrascht“, analysierte er. Sein Team sei selbst schuld an der Niederlage gewesen: „Wir wollten nach dem 0:1 schnell den Anschlusstreffer landen und haben alles nach vorne geworfen und dann das zweite Tor kassiert. Wenn man hinten drin ist, ist man einfach zu verkrampft.“

Seine Mannschafft habe aus den letzten Spielen leider nicht viel gelernt. Galssek trauerte den beiden guten Möglichkeiten zu Beginn der Begegnung nach. Wären die reingegangen, hätte man eine andere Partie gesehen. „Was ich aber auch feststellen muss: Die meisten meiner Spieler haben unter ihrem Niveau gespielt. Forchheim hat sehr gut gekontert und verdient gewonnen“, so Galasek weiter.

Er baute seine Anfangsformation gegenüber dem 1:1 gegen Burglengenfeld auf zwei Positionen um. Neuzugang Enis Saramati begann für den privat verhinderten Christoph Hegenbart, der wiedergenesene Matthias Heckenberger für den kurzfristig erkrankten Michael Riester. Nachdem Riester nicht mit von der Partie war, rückte kurzfristig Rafael Wodniok doch in den Kader.

Der wechselwillige André Klahn, der dem Landesligisten SC Ettmannsdorf Ende der Woche den Rücken gekehrt hatte, war logischerweise auch nicht mit von der Partie. Denn noch liegen Sportlichen Leiter Christian Stadler die entsprechenden Unterlagen nicht vor. Zudem ist nach dessen Aussage Klahn, sollte der Wechsel zustande kommen, eh für die Kreisliga-Elf eingeplant.

Forchheims Trainer Hutzler setzte nahezu auf die gleiche Anfangsformation, die zuletzt gegen Bamberg 1:1 gespielt hatte. Verzichten musste er lediglich aus Dominik Zametzer. Für ihn durfte Genc Bajrami von Anfang an ran. Vom Anpfiff weg wurde deutlich, dass sich die SpVgg SV beim Namensvetter nicht verstecken will. Sie hatte in den ersten Minuten die besseren Chancen, so unter anderem Enis Saramati, der nach Flanke von Michael Busch nur knapp übers Tor köpfte (9.).

Der erste Treffer fiel dann jedoch auf der Gegenseite: Thomas Roas überlief nach einem Konter die Weidener Abwehr, umkurvte auch noch Keeper Dominik Forster und schob zum 1:0 (17.) ein. Wer gedacht hatte, dass der Rückstand die Oberpfälzer aus dem Konzept bringen sollte, sah sich getäuscht: Die Galasek-Elf drückte bei hochsommerlichen Temperaturen von knapp 30 Grad weiter aufs Tempo und suchte den Weg Richtung gegnerisches Tor. So kam Jahn-Schlussmann Tugay Akbakla nach einer Busch-Flanke gerade noch rechtzeitig vor Ralph Egeter an den Ball (26.), ehe Heckenbergers Freistoß (27.) nur knapp drüber ging und Egeter in der 45. Minute nach einer Ecke mit seinem Kopfball in Akbakla seinen Meister fand.

Erheblich effektiver präsentierten sich da schon die Gastgeber, die mit der SpVgg SV-Defensive leichtes Spiel hatten: Roas lief erneut mutterseelenallein auf Weidens Torhüter Forster zu, der beim 2:0 für Forchheim erneut chancenlos war (32.). Wenngleich den Schwarz-Blauen die Bemühungen im Spiel nach vorne nicht abzusprechen waren, vernachlässigten sie bei allem Elan jedoch die Abwehrarbeit. Das nutzten die erfahrenen Oberfranken, die außer den beiden Treffern ansonsten keine wirklich nennenswerten Möglichkeiten hatten, eiskalt zum 2:0 Halbzeitstand aus.
Während Galasek in der zweiten Hälfte für Busch mit Josef Rodler einen weiteren Angreifer brachte, tauschte auch Hutzler einmal aus: Adem Selmani ersetzte Bajrami. Am Spielverlauf änderte dies nichts: Weiden versuchte vehement, den Anschlusstreffer zu erzielen und lief den zwei Gegentreffern hinterher, während die Gastgeber auf Konter lauerten. Andreas Wendl (47.) verpasste nach einer Ecke nur knapp per Kopf, ehe Saramati 120 Sekunden später freistehend vor dem Forchheimer Gehäuse etwas zu lange zögerte und Sven Becker klärte.

Die SpVgg SV blieb trotz der Hitze in der Folgezeit am Drücker und hatte gegen die gut gestaffelten Forchheimer die nächsten Möglichkeiten. Egeter legte sich im Jahn-Strafraum das Leder etwas zu weit vor, so dass Akbakla ihm es wegfischte (59.), und Saramati verzog aus 20 Metern knapp links vorbei (62.), ehe er kurz danach verletzungsbedingt vom Platz musste. Nicht viel besser machte es Rodler (73.), als sein Drehschuss aus elf Metern ebenfalls nur um Zentimeter am Pfosten vorbeisegelte.

In der Schlussphase das gewohnte Bild: Weiden marschierte, Forchheim kämpfte und verteidigte aufopferungsvoll und hatte mit Akbakla einen Könner seines Faches zwischen den Pfosten. Er parierte binnen zwei Minuten zweimal gegen den aufgerückten Martin Schuster (85./87.). Die Hutzler-Elf musste dann kurz vor dem Ende den dritten Treffer nach einem Konter machen, doch der eingewechselte Alexander Boateng köpfte den Ball am linken Pfosten vorbei (89.). Stattdessen setzte es das 1:2 durch Rodlers Freistoß (93.), bevor im Gegenzug Roas aus 20 Metern an Forster scheiterte – die letzte Möglichkeit in einer Partie, in der sich Forchheim eiskalt und effektiv präsentierte, während die SpVgg SV trotz tollem Auftritt erneut wegen der mangelhaften Chancenverwertung mit leeren Händen dastand.
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