SpVgg SV Weiden gibt eine 3:1-Führung aus der Hand und muss sich mit einem 3:3 begnügen
Zum neunten Mal ungeschlagen

Symbolbild: dpa
Weiden. (lst) Einen Zähler gewonnen oder zwei verloren? Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Diese Fragen müssen die Bayernliga-Fußballer der SpVgg SV Weiden selbst beantworten. Sie gaben am Samstagnachmittag vor 195 Zuschauern beim TSV Aubstadt eine 3:1-Führung zur Halbzeit aus der Hand, mussten sich schließlich mit einem 3:3 begnügen, blieben aber im neunten Spiel in Folge ungeschlagen.

Im Endeffekt, blickt man auf die anderen Ergebnisse des Spieltages, dann doch eher ein Punktverlust, zumal Stefan Graf noch vor den Pause einen weiteren Treffer auf dem Fuß hatte, aber lediglich das Aluminium anvisierte. So kamen die gastgebenden Unterfranken nach einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang doch noch zum unterm Strich gerechten Remis.

Fakt ist: Die Schwarz-Blauen haben es auf der einen Seite beim TSV Aubstadt aufgrund der anderen Resultate versäumt, den Abstand nach vorne bei zu behalten, bzw. auf den vierten Rang zu verkürzen. Denn der TSV Großbardorf, der das Spitzenspiel beim VfB Eichstätt mit 1:0 gewann, die in Bamberg siegreiche SpVgg Bayern Hof und der SV Seligenporten (2:1 beim Würzburger FV) gaben sich am Wochenende keine Blöße.

Auf der anderen Seite haben es die SpVgg SV-Kicker in den beiden noch ausstehenden Heimspielen bis zur Winterpause gegen Eintracht Bamberg und Hof selbst in der Hand, weiter vorne mit zu mischen. Und eines sollte nicht vergessen werden: Nach dem durchwachsenen Saisonstart mit dem zwischenzeitlichen Abrutschen am neunten Spieltag auf den ersten Abstiegsrelegationsplatz hat Trainer Tomas Galasek eine Mannschaft geformt, die nach dem personellen Umbruch zu Beginn dieser Saison mit dem Einbau vieler eigener A-Junioren zu einem echten Spitzenteam herangereift ist.

Seit dem 2:0 vom 18. September gegen den 1. FC Sand sind die Weidener nun ungeschlagen, lediglich der Namensvetter aus Hof kann eine bessere Serie vorweisen. Und: Galaseks Elf hat gegen den sicherlich nicht einfach zu spielenden TSV Aubstadt den Vorsprung gewahrt und Wiedergutmachung für die schwache Vorstellung bei der 0:1-Hinspielniederlage geleistet.

Bei den Unterfranken musste der Weidener Coach auf Thomas Mallette verzichten, der sich im Training während der Woche am Knie verletzt hatte. Christoph Hegenbarts Rückenproblemen ließen einen Einsatz ebenso nicht zu, der Angreifer stand nicht einmal im Kader. Das tat hingegen Matthias Heckenberger nach überstandener Oberschenkelverletzung wieder, saß aber zunächst nur auf der Bank.

Galasek hatte vor der Partie von seinen Jungs gefordert, „nicht die gleichen Fehler wie im Hinspiel zu machen“. Gesagt, getan: Nach einem etwas verhaltenen Beginn von beiden Seiten, spielten die Gäste taktisch und technisch klug und belohnten sich mit der frühen Führung. Nach einem Fehlpass von Aubstadts Julius Benkenstein im Spielaufbau schaltete die SpVgg SV schnell um und konterte den TSV aus. Nutznießer war Angreifer Ralph Egeter, der in der fünften Minute das 1:0 für seine Farben markierte.

Von den Gastgebern war bis dahin nicht viel zu sehen, erst nach einer Viertelstunde kam die Elf von Trainer Josef Francic erstmals vors Weidener Tor und trafen in dasselbe. Daniel Leicht war mit dem 1:1 zur Stelle (15.) – ein Treffer, der den Unterfranken zusätzliche Sicherheit verlieh, so dass sie weiterhin Druck machten, ohne aber die SpVgg SV-Abwehr wirklich ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Lediglich Julian Grell (30.) testete mit seinem Kopfball Weidens Schlussmann Dominik Forster.

Auf der Gegenseite machte hingegen Josef Rodler mit seinem zwölften Saisontreffer nach einer Ecke das 2:1 (26.), ehe Rafael Wodniok mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern in der 32. Minute auf 3:1 erhöhte. Zuvor schon hätte Graf (28.) treffen müssen, doch sein Schuss klatschte an die Querlatte. 120 Sekunden vor dem Seitenwechsel visierte dann Rodler das Außennetz an.
Auch in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs das gleiche Bild: Aubstadt fand nicht wirklich ins Spiel und keine Mittel, die Abwehr der Oberpfälzer auszuhebeln. So brauchte es schon einen Sonntagsschuss am Samstag, der den TSV zurück brachte: Sascha Bäcker hielt aus 16 Metern einfach mal drauf, das Leder schlug unhaltbar für Forster zum 2:3 ein (60.).

Aubstadt hatte in der Folgezeit optische Vorteile, während nun die SpVgg SV nicht mehr an die gezeigte sehr gute Leistung der ersten Hälfte anknüpfen konnte. Francic setzte in der Endphase voll auf die Offensive. Mut, der belohnt wurde: Denn nach einer Flanke von Manuel Hümmer in den Weidener Strafraum stand Julius Benkenstein goldrichtig und markierte den 3:3-Endstand (87.).
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.