Staatsakt und Trauerzug

Soldaten der Ehrenformation tragen in Hamburg vor der Michaeliskirche einen Sarg mit einer Bundesfahne. Einen Tag vor den offiziellen Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt wurde der Ablauf des Staatsaktes geübt. Bild: dpa

Rund 1800 Gäste aus dem In- und Ausland und die Hamburger selbst wollen sich von Helmut Schmidt verabschieden. Auch Bundespräsident Gauck und Kanzlerin Merkel. Nach dem Staatsakt wird der Sarg langsam durch die Stadt gefahren. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch.

Rund zwei Wochen nach dem Tod von Helmut Schmidt nehmen die Spitzen der deutschen Politik, zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland und die Hamburger Abschied vom früheren Bundeskanzler. In der Hauptkirche St. Michael - dem Michel - werden am heute vormittag zu einem Staatsakt rund 1800 Gäste erwartet, darunter Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Danach gibt es einen langen Trauerzug durch die Stadt, bei dem die Hamburger Schmidt die letzte Ehre erweisen können.

Höchste Vertreter

Zum Staatsakt haben sich neben Gauck und Merkel auch die höchsten Vertreter aller weiteren Verfassungsorgane angekündigt: Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundesratspräsident Stanislaw Tillich (CDU) sowie der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen kann sich die Hamburger Bevölkerung erst danach von ihrem Ehrenbürger verabschieden. Reden halten werden auf dem Staatsakt Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), Schmidts langjähriger Freund, Ex-US-Außenminister Henry Kissinger, sowie Kanzlerin Merkel. Die Predigt hält Hauptpastor Alexander Röder.

Langjährige Freunde

Aus dem Ausland erwartet werden neben Schmidts langjährigem Freund, dem französischen Ex-Präsidenten Valérie Giscard d'Estaing, auch Italiens früherer Präsident Giorgio Napolitano sowie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Zudem haben sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, angekündigt.

Den musikalischen Teil des Staatsakts übernimmt das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Generalmusikdirektor und Chefdirigent Kent Nagano. Im Anschluss ist ein großes militärisches Ehrengeleit geplant. Dabei tragen Soldaten den Sarg vor dem Michel an einer Ehrenformation der Bundeswehr vorbei, ehe er in einem Wagen - begleitet von einer Ehreneskorte der Polizei - langsam zum Rathaus und weiter zum Friedhof Ohlsdorf gefahren wird, wo Schmidt eingeäschert und im Familiengrab beigesetzt werden soll.

Im Rathaus bitten Senat und Bürgerschaft am Mittag zu einem nicht öffentlichen Trauerempfang. Der Staatsakt selbst wird live im Fernsehen und Radio übertragen.
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