Staatsanwalt: Opfer keine Heldin für Zivilcourage
Tugce-Prozess offen

Im Prozess um den Tod der Studentin Tugce gehen die Strafforderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung weit auseinander. Die Ankläger verlangten am Freitag vor dem Landgericht Darmstadt eine Strafe von drei Jahren und drei Monaten für den Angeklagte Sanel M. Sie wollen, dass er wegen Körperverletzung mit Todesfolge nach dem Jugendstrafrecht verurteilt wird. Die Verteidigung forderte eine Bewährungsstrafe. Sanel M. selbst erklärte, der Schlag sei der "schlimmste Fehler" seines Lebens gewesen. Er könne nur sagen, dass es ihm leidtue. Oberstaatsanwalt Alexander Homm sagte, der Fall erscheine nicht so eindeutig wie kurz nach der Tat. Es gebe "nicht nur Schwarz-Weiß, sondern viele Grautöne". Weder sei Sanel M. ein aggressiver "Koma-Schläger", noch Tugce eine "Heldin" für Zivilcourage. Das Urteil fällt am Dienstag.
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