Stadtjugendring entwirft Grundlagenvertrag - noch keine Entscheidung
Ringen um vierte Juz-Stelle

Das Jugendzentrum in Weiden. (Bild: Huber)
Weiden. (rg) Der Entwurf für einen neuen Grundlagenvertrag liegt auf dem Tisch. Für den Stadtjugendring regelt er Wesentliches. Zum Beispiel, dass im Juz vier Sozialpädagogen arbeiten. Die Frage ist: Wollen die Stadträte das unterschreiben?

An Besuchern mangelt es dem Jugendzentrum nicht. Am vergangenen Freitag beispielsweise tummelten sich rund 160 Besucher im Haus an der Frühlingsstraße. Rar machen sich dagegen ihre Betreuer. Vier Hauptamtliche sollen sich um ihr junges Klientel kümmern. Eigentlich. Tatsächlich sind es nach dem Abschied einer Sozialpädagogin im Februar drei, wegen der Elternzeit eines weiteren Mitarbeiters über weite Strecken aber nur zwei Sozialpädagogen. Die Mindestbesetzung, um überhaupt aufsperren zu können. Die beiden Mitarbeiterinnen "kommen am Zahnfleisch daher", berichtet Tobias Reichelt, der Vorsitzende des Stadtjugendrings.

Ein Dauerzustand soll das nicht bleiben - das wünscht sich zumindest der SJR. Die vierte Stelle ist daher im Entwurf des neuen Grundlagenvertrages festgeschrieben, den das Vorstandsteam mit dem Jugendamt ausgehandelt und ausgearbeitet hat. Nicht verhehlen will Reichelt, dass dies aber auch noch einer der wenigen strittigen Punkte in dem aufwendigen Gesamtwerk ist. Über den Vertrag, der die Aufgabenverteilung zwischen Stadt und Jugendring festlegt, entscheidet im Dezember der Stadtrat. Ob die Verwaltung - also das Jugendamt - die Version mit verankerter vierter Juz-Stelle empfehlen will, ist noch offen.

Eigentlich 4,6 Stellen

Der Jugendring hat seine Hausaufgaben gemacht, neben dem Grundlagenvertrag auch eine gehaltvolle "Gesamtkonzeption der Jugendarbeit" in Weiden erstellt und den Bedarf an Arbeitsstunden errechnet. Ergebnis: "Wenn wir alles so machen sollen wie vorgesehen, bräuchten wir eigentlich 4,6 Stellen." Großer Schwerpunkt sei die Flüchtlingsarbeit mit jährlich 200 angesetzten Stunden. Ein Bedarf, den das Jugendamt anzweifle, wie Reichelt berichtet. "Aber auch ohne Flüchtlingsarbeit hätten wir Bedarf für 3,8 Stellen."

Für den Grundlagenvertrag im Allgemeinen und die vier Sozialpädagogen im Besonderen warb der SJR-Vorstand am Mittwochabend bei den Stadtratsfraktionen. Unter anderem die Fraktionsvorsitzenden Roland Richter (SPD), Wolfgang Pausch (CSU) und Karl Bärnklau (Grüne) sowie Reinhard Meier (Bürgerliste) waren dazu ins Juz gekommen. Nicht nur Reichelt, Stellvertreterin Sabine Graßl, Vorstandsmitglied Florian Vogel und Jugendpfleger Ewald Zenger erläuterten ihnen die Konzepte.

Auch Dr. Gabriele Weitzmann, Justiziarin des Bayerischen Jugendrings, verdeutlichte den Stadträten die Notwendigkeit einer ausreichenden personellen Ausstattung. Ergebnis? Laut Reichelt sahen die Stadträte zwar den Bedarf ein. Wegen der angespannten Finanzlage der Stadt "wollte aber niemand Zugeständnisse machen".

Entscheidung am 8. 12.

Entscheidungen werden dabei nun zügig fallen. Zunächst befindet der Kinder- und Jugendhilfeausschuss am 19. November über den neuen Grundlagenvertrag (dieser Beschlüsse wäre allerdings nur eine Empfehlung). Möglicherweise wird der Kontrakt auch an den beiden Tagen zuvor eine Rolle im Rathaus spielen - bei den sicher nicht einfachen Haushaltsberatungen. Als entscheidendes Datum gilt der 8. Dezember: Dann tagt der Finanzausschuss.

Zunächst steht die Vollversammlung des Stadtjugendrings am kommenden Dienstag, 10. November, ganz im Zeichen des Grundlagenvertrags und der Folgen, die sich daraus ergeben. Wobei die Delegierten kaum unterschiedlicher Meinung sein dürften: Das Jugendzentrum braucht vier Hauptamtliche.
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