Stadtrat beschließt Kürzung der Förderung, erklärt sich aber offen für Alternativvorschläge
Sportvereinen Ball zugespielt

Symbolbild: dpa
Weiden. (rg) Aus für die Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage, Literaturtage nur mehr im zweijährigen Turnus, Kostenpflicht für Schulveranstaltungen in der Max-Reger-Halle, und, und, und: Im Schnelldurchlauf - und meist einstimmig - verabschiedete der Stadtrat am Montag sämtliche Sparvorschläge, die der Finanzausschuss auf den Weg gebracht hatte - bis auf eine Ausnahme.

Die Ausnahme: die Kürzung der Sportförderung. Hans Forster (CSU) forderte, die Entscheidung nochmals zu vertagen. "Es gibt noch großen Diskussionsbedarf." Die Halbierung des Pro-Kopf-Zuschusses auf 1,30 Euro pro Mitglied und die Kürzung der Betriebs- und Instandhaltungspauschale sorgt demnach für Unmut in den Vereinen. Forster ergriff Partei für den FC Weiden-Ost, der auf 700 Euro jährlich verzichten müsste.

OB Kurt Seggewiß gab zu verstehen, dass dies im Vergleich zu anderen Einschnitten wohl nicht die Welt sei. Was ihn dennoch mit dem CSU-Stadtrat eint: das Kopfschütteln über das Verhalten des Stadtverbands für Leibesübungen, der darauf verzichtet hatte, Sparvorschläge zu unterbreiten. Vorsitzender Herbert Tischler habe sich "nicht kompromissbereit" gezeigt, kritisierte Forster.

Seggewiß kündigte an, am Dienstagabend die Monatsversammlung des Stadtverbands zu besuchen. Dort wolle er sein Unverständnis ausdrücken. BL-Stadtrat Reinhard Meier, Vize beim Stadtverband, merkte an, dass auch seitens der Vereine keine Vorschläge gekommen seien.

Zweimal, so berichtete Bürgermeister Lothar Höher, habe er die Delegierten bei Stadtverbands-Sitzungen zu Sparvorschlägen aufgefordert. Vergebens. "Es wurde akzeptiert, dass dann der Finanzausschuss entscheidet." Dessen Beschluss - die Kürzung wie vorgesehen - bestätigte der Stadtrat mit 29 Ja- sowie 11 Nein-Stimmen (aus Reihen von CSU und Bürgerliste). In Kraft treten soll sie 2016. Höher erneuerte das Angebot, dass der Sport bis dahin noch Alternativvorschläge präsentieren könne. "Diese Tür lassen wir offen."
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