Stadtrat macht Weg frei für die Umgehung
Entlastung in Eschenbachs Osten

Bei Thomasreuth macht der Verkehr künftig die Biege: Wo die Straße aus Grafenwöhr bislang geradeaus in Eschenbachs Zentrum verläuft, umgeht die Straße künftig Eschenbachs Zentrum und mündet stattdessen in die B 470. Grafik: rn
Eschenbach. (rn) Eschenbachs Stadtrat macht den Weg für die Ost-Umgehung frei - zum zweiten Mal. Der Rat bestätigte den Beschluss aus dem Jahr 2006. So viel Zeit soll nicht wieder vergehen. In sechs Jahren soll die Staatsstraße nach Grafenwöhr nicht mehr durchs Zentrum laufen.

Martin Paulus vom Staatlichen Bauamt stellte die Planung vor. Der Verkehr aus Grafenwöhr wird bei Thomasreuth Richtung Eschenbacher Mühle geleitet. Die Trassenführung soll sich möglichst an öffentlichen Feldwegen orientieren. Am Lagerhaus mündet die Umgehung in die B 470. Dafür soll eine Brücke entstehen. An der B 470 macht der Anschluss Änderungen nötig. Deren Trasse wird um 20 Meter verschoben und einen Meter tiefer gelegt. Vor der Brücke entsteht ein Kreisverkehr für den Anschluss an Birschlingweg und Friedhofsweg.

"Die Umfahrung ist in Dringlichkeitsstufe 1 eingestuft und soll bis 2020 umgesetzt werden", erklärte Bürgermeister Peter Lehr. Matthias Kreuz vom Bauamt stellte die Kostenschätzungen vor. Danach entfallen auf den Abschnitt von Thomasreuth bis zum Kreisverkehr einschließlich Grunderwerb rund 2,6 und auf die Anbindung an die B470 4,3 Millionen Euro. Die Förderquote liege bei mindestens 80 Prozent. Die Stadt müsse mit maximal 900 000 Euro Kosten rechnen.

Professor Harald Kurzak von der TU München hat 2013 ein Gutachten zur Verkehrsbelastung erstellt. Dieses weist zwischen Netzaberg und der Ampelkreuzung täglich 6400 bis 8300 Fahrzeugbewegungen aus. Stadtrat Hans Bscherer wies darauf hin, dass dies landkreisweit ein Höchstwert ist. Bei der Anbindung zur B 470/Pressather Straße zählt das Gutachten 6700 und in der Innenstadt 4900 Bewegungen. Die Umgehung soll laut Kurzak einen Rückgang von 10 bis 31 Prozent, beim Schwerverkehr prognostiziert er für die Messstellen eine Abnahme von 29, 53 und 61 Prozent.

SPD-Stadtrat Fritz Betzl lobte die Planung. Die Umgehung biete die Chance für neue Industrieansiedlungen und eine neue Anbindung in Richtung Speinshart. Reinhard Wiesent beklagte dagegen den Verlust landwirtschaftlicher Flächen. Tatsächlich musste Kreuz einräumen, dass es noch keine Planung für Ausgleichsflächen gebe. Gegen die Stimmen von Willi Trummer und Reinhard Wiesent nahm der Rat schließlich die Planung an.
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