Städtebund lehnt zusätzliche Klärstufe ab
Arznei im Wasser

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund wendet sich gegen die Einführung einer zusätzlichen Reinigungsstufe in Kläranlagen zur Reduzierung von Arzneimittelrückständen im Trinkwasser. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", sein Verband sehe zurzeit keine Notwendigkeit, die vierte Reinigungsstufe verpflichtend einzuführen und so die Bürger mit höheren Gebühren zu belasten. Die Anlagen erforderten hohe Investitionen und verbrauchten zusätzliche Energie.

Besser als ein nachträgliches Herausfiltern sei die Vermeidung. "Deshalb muss das rechtliche Instrumentarium verbessert werden, so dass es gar nicht erst zum Eintrag von Mikroschadstoffen in die Gewässer kommt". Alle Chemikalien - auch die in der Landwirtschaft - müssten auf ihr Gefährdungspotenzial für das Wasser hin überprüft werden. Zudem sollten Krankenhäuser, Ärzte und Apotheker die Patienten zu ordnungsgemäßer Entsorgung von Arznei-Restbeständen aufrufen. Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft pocht auf Vermeidung und zweifelt an der Wirksamkeit der Klärtechniken. Es sei unklar, "ob nicht die vierte Reinigungsstufe selbst neue unerwünschte Stoffe hervorbringt", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Weyand.
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