Startpunkt Passau

4000 Flüchtlinge kommen im Durchschnitt täglich in der Dreiflüssestadt Passau an, etwa die Hälfte davon mit Zügen aus Österreich. Die andere Hälfte wird an den Straßen im Grenzgebiet aufgegriffen. Bundesweit sei Passau die aufgriffsstärkste Region Deutschlands, erzählt der Pressesprecher der Bundespolizei, Frank Koller. "Wir haben die Balkanroute, die Rosenheimer mehr Lampedusa, die Italiengeschichte und die Afrikaner."

Vom Bahnhof werden alle Ankömmlinge in die "Dekra-Halle" gebracht, ein ehemaliges Gerätelager eines Sonderfahrzeugbauers. Die drei Hallen bieten Platz für etwa 1500 Menschen. Feldbetten stehen eng gedrängt. Kinder malen zum Zeitvertreib Bilder, meistens Deutschlandflaggen, die die Trennwände säumen. In den Hallen bleiben die Flüchtlinge zwei bis sechs Stunden und warten auf den Weitertransport. Entweder sie kommen in die Bundespolizei-Kaserne in Deggendorf, in der täglich etwa 250 Flüchtlinge registriert werden. Oder sie kommen direkt in Erstaufnahmeeinrichtungen im ganzen Bundesgebiet. Solange der Migrationsdruck anhält, wird hier ein Brennpunkt bleiben", prognostiziert der Pressesprecher.

Knapp 300 Bundespolizisten aus ganz Deutschland teilen sich die Schichten in der Halle. Bis jetzt hätte man Glück mit dem Wetter, doch Koller stellt sich auf eine längere Nutzungsdauer ein: "Vielleicht ist es von Null auf Hundert auch irgendwann vorbei. Wir wissen es nicht. Wir planen bis zum Ende des Jahres auf diesem Niveau." (blu)
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