Steigerwald: Regierung von Oberfranken leitet Aufhebungsverfahren ein
Naturschutzgebiet rechtswidrig

Ein knapp 800 Hektar großes Naturschutzgebiet im Steigerwald ist nach Auffassung der Regierung von Oberfranken rechtswidrig. Deshalb sei nun ein Aufhebungsverfahren eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Regierung am Dienstag in Bayreuth. Das Naturschutzgebiet bei Ebrach (Kreis Bamberg) sorgt seit etwa einem Jahr für heftige Debatten: Der Bamberger Landrat Günther Denzler (CSU) ließ es kurz vor dem Ende seiner Amtszeit ausweisen - es sollte die Grundlage für einen Nationalpark Steigerwald werden. Gegner und die CSU-Staatsregierung waren empört. Inzwischen hat der Landtag mit seiner CSU-Mehrheit das Naturschutzgesetz geändert: Für Naturschutzgebiete mit mehr als zehn Hektar sind nun die Bezirksregierungen und nicht die Landkreise verantwortlich.

Nach ausführlicher Prüfung sei die Regierung der Auffassung, dass die Ausweisung des Schutzgebiets rechtswidrig war, betonte der Sprecher der oberfränkischen Regierung. Unklar ist noch, wann genau das Schutzgebiet aufgehoben werden kann. Zunächst sind Anhörungen aller betroffener Stellen geplant. Zugleich sind die Bayerischen Staatsforsten juristisch gegen das Schutzgebiet vorgegangen, sie haben im März Klage eingereicht. Das Aufhebungsverfahren der Regierung stehe auf "sehr wackeligen Beinen", so der forstpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Markus Ganserer.

Um den Steigerwald tobt seit Jahren ein erbitterter Streit: Umweltschützer wollen ihn wegen seiner uralten Buchenbestände zum Nationalpark machen. Die Gegner - darunter vor allem Vertreter der Holzwirtschaft - kämpfen erbittert gegen die Nationalpark-Pläne.
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