Stiftland-Gymnasium bereit für notfallmäßige Unterbringung von Asylbewerbern
Noch ist die Turnhalle leer

Nein, keine Angst: So dicht an dicht müssen die 200 Asylbewerber nicht schlafen. Natürlich bekommen sie auch richtige Feldbetten in der Dreifachturnhalle des Gymnasiums. Dort diente das abgebildete Matratzenlager 2013 für Teilnehmer der BR-Radltour. Rund 700 Leute verbrachten damals eine Nacht im Gymnasium und sorgten für den Härtetest. Mit dem Aufbau der provisorischen Betten für Asylbewerber wird erst begonnen, wenn die Regierung den Marschbefehl gibt. Der aber kann täglich sein. Archivbild: Grüner
Tirschenreuth. (as) Begeisterung sieht anders aus. Aber die Einsicht herrscht vor, wenn es um die notfallmäßige Unterbringung von Asylbewerbern geht. Damit sie wenigstens für die ersten paar Wochen ein festes Dach über dem Kopf haben, wird die Turnhalle des Gymnasiums zweckentfremdet.

Noch ist es nicht so weit, findet in den drei abtrennbaren Hallenteilen wenige Tage vor Ferienbeginn noch Schulsport statt. Aber die Vereine sind bereits vorgewarnt, dass der übliche Trainingsbetrieb nicht mehr möglich ist. Denn innerhalb weniger Tage könnten die ersten Flüchtlinge eintreffen.

Das Landratsamt bekommt 72 Stunden "Vorwarnzeit", dann muss von den sanitären Voraussetzungen über die Verpflegung bis zum Feldbett alles vorbereitet sein. Dass der Landkreis Tirschenreuth der nächste nach Neumarkt und Regensburg in der Notfall-Kette ist, war schon bekannt. Nun lüftete Landrat Wolfgang Lippert in der Kreistagssitzung am Montag das nur noch schlecht gehütete Geheimnis, wo die Asylbewerber unterkommen.

Nicht in der Dreifach-Turnhalle der Wiesauer Berufsschule, sondern in der des Stiftland-Gymnasiums. Über mehr geeignete Gebäude verfügt der Landkreis nicht. "Wir haben mit beiden Rektoren gesprochen, ihre Bedenken abgewogen und uns für das kleinere Übel entscheiden", informierte Lippert. Denn ein Hauptargument, dass die Tirschenreuther Halle auch für die Abiturienten im Fach Sport gebraucht wird, entfällt in den nächsten Wochen. "Jetzt ist Tirschenreuth in den Ferien als erstes dran." Die Zeit der Unterbringung ist begrenzt. Die Halle soll zum 6. September wieder geräumt und für den Schulbetrieb vorbereitet werden. "Das hat die Regierung der Oberpfalz zugesagt." Der Landrat stellte außerdem klar: "Der Notfallplan ist aufgestellt, aber noch nicht aktiviert." Angekündigt seien bis zu 200 Asylbewerber. "Ganz Deutschland, auch Bayern und die Oberpfalz muss zusätzliche Menschen aufnehmen", verwies er auf die akute Flüchtlingswelle. Täglich entfielen fast 60 Asylbewerber auf die Oberpfalz.

"Wir sind gewappnet", lobte Lippert die Vorbereitungsarbeit des Landratsamtes mit Oberregierungsrätin Regina Kestel an der Spitze. "Wir werden mit diesem Problem fertig."
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