Streitobjekt Shoppingcenter

Schuhe, Schuhe, Schuhe, dazu noch Klamotten und Taschen - ein Shoppingtraum in der Gemeinde Rödental schmeckt den Nachbarstädten Coburg und Neustadt überhaupt nicht. Sie zogen gegen den Freistaat vor Gericht. Nun ist ein Ende des Streits in Sicht.

Ein großes Schuhgeschäft in einem Gewerbegebiet der Kleinstadt Rödental ist zum Zankapfel geworden. Denn der Freistaat hat die Ansiedlung erst ermöglicht, was die grundsätzliche Frage aufwirft, wie viel Shopping auf der grünen Wiese gewünscht und toleriert wird. Die Städte Coburg und Neustadt bei Coburg sind deshalb vor das Verwaltungsgericht gezogen und haben gegen den Freistaat geklagt. Sie fürchten um die Attraktivität ihrer Innenstädte, wenn große Shopping-Angebote am Stadtrand entstehen.

Auch der Handelsverband Bayern (HBV) warnt vor großen Problemen in den bayerischen Innenstädten. Der Online-Handel sowie große Märkte am Stadtrand machen den Läden im Ortskern große Konkurrenz. "Das ist ein Thema, das wir ständig auf der Agenda haben", sagte Sabine Köppel, Oberfranken-Geschäftsführerin des Verbandes. Der Staat investiere viel Steuergeld in Projekte, um die Innenstädte zu stärken und um die Zersiedelung zu stoppen. Diese Bemühungen würden konterkariert, wenn Einzelhandelsgroßprojekte zugelassen würden.

Im Fall Rödental hatten sich die Vertreter der Kommunen nach einem ersten Gerichtstermin im Januar darauf verständigt, es außergerichtlich versuchen zu wollen. Möglicherweise zeichnet sich diese nun ab - denn für heute haben die drei Städte zu einer Pressekonferenz eingeladen. Auch das betroffene Unternehmen Schuh Mücke ist zuversichtlich: "Jetzt warten wir auf eine Einigung", sagte Geschäftsführer Thomas Mücke. Alle Seiten hätten ein Entgegenkommen signalisiert.

O.K. vom Ministerium

Die Rödentaler Filiale seines Unternehmens verkauft seit September auf 600 Quadratmetern Schuhe, dazu Textilien und Accessoires. Geplant waren eigentlich 1200 Quadratmeter für Schuhe. Das Landesentwicklungsministerium von Markus Söder (CSU) hatte dies in einem Zielabweichungsverfahren gebilligt. Normalerweise wäre eine so große Verkaufsfläche in dem Gewerbegebiet nicht erlaubt. Die Filiale ist in ein bestehendes Gebäude gezogen, in dem früher Spielwaren verkauft wurden.

Ein viel größeres Handelsprojekt hat die Staatsregierung abgeschmettert: Eine Möbelhauskette plante in Himmelkron (Kreis Kulmbach) nahe der A 9 eine 4500 Quadratmeter große Einkaufsfläche. Vor allem im 15 Kilometer entfernten Bayreuth hatte es Widerstand gegeben.
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