Stromtrassen: Aigner startet breiten Dialog

Die Staatsregierung hat nach wie vor Zweifel, ob die neuen Stromtrassen nach Bayern notwendig sind. Im Dialog mit Experten und Betroffenen will Wirtschaftsministerin Ilse Aigner jetzt schnell Klarheit schaffen. So oder so: Bis 2021 ist Bayerns Stromversorgung gesichert, sagt Aigner.

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner will in wenigen Monaten klären, ob neue Stromtrassen in Bayern notwendig sind. Dazu will die CSU-Politikerin einen umfassenden Dialog mit Fachleuten und Betroffenen starten. "Es geht um die Sicherung der Stromversorgung in Bayern ab dem Jahr 2021", sagte Aigner.

"Der Weg, den die Bundesregierung einschlagen will, basiert auf Stromleitungen. Darüber will ich mit Experten und Betroffenen reden - Netzbetreibern, Wirtschaft, Energieagentur, Bund Naturschutz, Vertretern von Bürgerinitiativen." Der Dialog solle aber "kein Dauerdiskussionsprozess werden", sondern drei bis vier Monate dauern. Im Bundesbedarfsplangesetz sind zwei 500 Kilovolt-Gleichstromtrassen vorgesehen, die in Bayern höchst umstritten sind: die Südlink-Trasse von der Nordseeküste bis ins unterfränkische Grafenrheinfeld und die Gleichstrompassage Südost von Sachsen-Anhalt ins schwäbische Meitingen. Letztere könnte quer durch die nördliche und mittlere Oberpfalz führen und hat bereits massive Bürgerproteste ausgelöst. Beide Leitungen sollen 2022 in Betrieb gehen.

Die Staatsregierung geht inzwischen davon aus, dass in diesem Jahrzehnt keine Engpässe bei der Stromversorgung zu befürchten sind - anders als es noch zu Beginn der Energiewende vor drei Jahren befürchtet worden war. "Nach einer Studie der Bundesnetzagentur ist die Stromversorgung Bayerns bis zum Jahr 2021 gesichert", erklärte Aigner. "Auch die Abschaltung von Gundremmingen B Ende 2017 wird keinen Engpass bedeuten, weil wir bis dahin auf jeden Fall die Thüringer Strombrücke haben."

Der Fahrplan für die Energiewende sieht vor, dass Ende 2015 das unterfränkische Atomkraftwerk Grafenrheinfeld abgeschaltet wird, Ende 2017 der Block B in Gundremmingen. Ursprünglich war befürchtet worden, dass es bereits nach der Abschaltung von Grafenrheinfeld zu Engpässen kommen könnte, wenn die Thüringer Strombrücke bis dahin noch nicht in Betrieb ist.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)September 2014 (8406)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.