Stromtrassen: nur kleine Korrekturen

Trotz des Widerstands von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer halten die Übertragungsnetzbetreiber am Bau dreier großer Stromtrassen nach Süddeutschland fest. Dies geht aus dem Entwurf für den neuen Netzentwicklungsplan hervor, der heute vorgestellt werden soll. Demnach sind nur einige Korrekturen geplant. Wegen der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und geänderten Ausbauzielen vor allem bei der Windkraft waren die Netzplanungen überprüft worden. Bis 2022 sind 2800 Kilometer an neuen Höchstspannungstrassen geplant.

Die besonders umstrittene Ost-Süd-Trasse soll nun nicht mehr in Meitingen bei Augsburg enden, sondern weiter westlich beim Atomkraftwerk Gundremmingen. Zudem soll die Trasse nicht mehr in Bad Lauchstädt nahe eines Braunkohlereviers in Sachsen-Anhalt starten, sondern 110 Kilometer weiter nördlich in Wolmirstedt bei Magdeburg, um näher an die Windparks in Mecklenburg-Vorpommern heranzurücken. Die 800 Kilometer lange SuedLink-Trasse soll näher an die Industrieregion Stuttgart herangeführt werden.

Leitungen am Anschlag

Aus Kreisen der Netzbetreiber hieß es, viele Leitungen seien am Anschlag, es gebe jährliche Kosten durch Netzeingriffe und die zwangsweise Abregelung von Windrädern in Höhe von 400 Millionen Euro. Oft müsse derzeit mangels Leitungen Windstrom aus dem Norden über Polen und Tschechien nach Bayern geleitet werden, hieß es.
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