Stromversorgung auf dem Prüfstand

Windräder und Strommasten sorgen für Zündstoff. Ministerpräsident Horst Seehofer will über die gesamte Stromversorgung in Bayern reden. Bild: dpa

Der Koalitionsstreit über die umstrittenen Stromtrassen ist nur vertagt. Anfang November wird Ilse Aigner den Dialogprozess mit den Bürgern starten. Horst Seehofer will dabei ein großes Fass aufmachen.

Beim geplanten Energiedialog soll nach den Vorstellungen von CSU-Chef Horst Seehofer über alle die künftige Stromversorgung Bayerns betreffenden Themen geredet werden, nicht nur über die Notwendigkeit von neuen Stromtrassen. "Man kann bei der Energiewende nicht ein Segment isoliert betrachten", sagte Seehofer nach einer CSU-Vorstandssitzung in München.

Die Ergebnisse des Dialogs will er im Februar 2015 in das nächste Spitzengespräch mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) einbringen. Wie und mit welcher Zielrichtung der Dialog mit der Bevölkerung geführt werde, sei Sache von Bayerns Energieministerin Ilse Aigner. "Das liegt in ihrer Ressortverantwortung, da mische ich mich nicht ein", erklärte Seehofer. Nach seinen Worten werden im Februar auch die Überlegungen von Gabriel abgeschlossen sein, wie er die Stromlücke nach dem Abschalten der deutschen Atomkraftwerke schließen will.

Nach derzeitigen Planungen werden zum Ausstiegstermin 2022 nur rund 40 Prozent des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien gedeckt werden können. Den Rest müssen dann Kohle- oder Gaskraftwerke abdecken. Wie dies zu geschehen habe, sei nun Aufgabe Gabriels. "Das ist die zentrale Frage der Energieversorgung, nicht welcher Strich von Nord nach Süd führt", sagte Seehofer mit Blick auf die Trassendebatte. Es gehe um einen "Masterplan" für die Energieversorgung im nächsten Jahrzehnt. Die Energiewende als solche stellte Seehofer nicht in Frage. "Ich bin einer der Hauptinitiatoren der Energiewende, deshalb werde ich daran auch nicht rütteln", betonte er.

"Wir wollen die Energiewende, aber wir wollen sie auch gut machen." Deshalb werde er auch vom Dreiklang aus Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz nicht abrücken.
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