Studie: Schlechte Noten für das Schulessen
Zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse

Bild: Ralf Hirschberger/dpa
Berlin. (KNA) Bei der Schulverpflegung in Deutschland gibt es noch erhebliche Defizite. Das geht aus einer Studie des Bundesernährungsministeriums hervor, die der «Welt» (Dienstag) in Auszügen vorliegt. Rund die Hälfte der untersuchten Speisepläne enthält demnach zu wenig Gemüse. «Nach wie vor kommt Fleisch noch zu häufig in den Gerichten vor», heißt es in der Studie.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) forderte verbindliche Qualitätsstandards für die Schulverpflegung. Grundsätzlich sei es möglich, auch mit wenig Geld schmackhaftes und gutes Schulessen zuzubereiten, betonte der CSU-Politiker im DeutschlandRadio Kultur. Dies sei aber eine Frage der Organisation. Schmidt regte an, stärker auf regionale und lokale Anbieter zu setzen und die Schulverpflegung nicht allein durch große Caterer machen zu lassen. Diese müssten jedoch wettbewerbsfähig sein. Dem Nachrichtensender n-tv sagte der Minister, die Schulen sollten Gremien von Schülern, Lehrern und Eltern bilden, die die Qualität des Essens kontrollierten.

Die Pausenzeiten, um das Mittagessen einzunehmen, sind laut Studie in dem meisten Schulen zu kurz. Nur in 39 Prozent der Schulen dauert die Mittagspause 46 Minuten und mehr, wie es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt. Auch die Vielfalt der Speisen sei noch nicht ausreichend. Nur in 16 Prozent der Grundschulen und 27 Prozent der weiterführenden Schulen gibt es laut Studie mehr als zwei Menüs.

Die befragten Schülerinnen und Schüler sehen ihre Schulverpflegung dagegen weniger kritisch. 53,5 Prozent der Grundschüler finden das Schulessen sehr gut (16,1 Prozent) und gut (37,4 Prozent), auf den weiterführenden Schulen sinkt dagegen die Zufriedenheit auf 8,7 Prozent (sehr gut) und gut (37,2 Prozent).

Derzeit verbringen 32 Prozent der Schüler (ohne Gymnasium und berufliche Schulen) den ganzen Tag in der Schule. Im Osten ist der Anteil deutlich höher als im Westen. Der Anteil der Ganztagsschulen liegt in Sachsen bei 78 Prozent, in Baden-Württemberg dagegen nur bei 18 Prozent. Da die Tendenz bundesweit steigend sei, komme der Schulverpflegung eine immer größere Bedeutung zu, heißt es in der Studie.

Für die Untersuchung hatte die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften bundesweit mehr als 1.500 Schulleitungen, 212 Schulträger und mehr als 12.000 Schülerinnen und Schüler im Primar- und Sekundarbereich befragt. Die Studie wird am heutigen Dienstag auf dem «Bundeskongress Schulverpflegung 2014» in Berlin vorgestellt.