Studienabbrecher sind in Betrieben gefragt
Von der Uni in die Lehre wechseln

An der Hochschule zu scheitern, muss kein Drama sein. Eine Option ist dann, auf eine duale Ausbildung umzusatteln. Studienabbrecher sind in vielen Betrieben begehrt. Eine Notlösung sollte der Wechsel aber nicht sein.

Das Studium abbrechen und in eine Lehre wechseln? Das kommt infrage, wenn sich jemand an der Uni nicht wohlfühlt oder das Studium zu schwer ist.

So ein Schritt sollte allerdings immer aus Überzeugung geschehen, sagte Peter Gronostaj. Er ist Projektleiter von Switch in Aachen. Switch unterstützt Studienabbrecher dabei, in eine duale Ausbildung zu wechseln.

Motivation st entscheidend

Die Betriebe stellten niemanden gerne ein, für den die Ausbildung eine Verlegenheitslösung ist. Wer nach dem Scheitern noch am Studium hängt und mit der Hochschule nicht abgeschlossen hat, für den ist der Wechsel nichts.

Wer sich aus Überzeugung dafür entscheidet, sei in den Betrieben aber gefragt. "Die Vorteile sehen Arbeitgeber bei Studienabbrechern in der persönlichen Reife und dem oft hohen Verantwortungsbewusstsein", erzählte er. Da hätten sie jüngeren Auszubildenden einiges voraus.

Ausbildung statt Universität - gar nicht so selten

Im vergangenen Jahr gab es schätzungsweise etwa 80 000 Studienabbrecher. Nach einer bereits etwas älteren Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung aus 2008 ist etwa jeder fünfte Studienabbrecher (22 Prozent) ein halbes Jahr nach der Exmatrikulation in einer Berufsausbildung angekommen.

Knapp die Hälfte (49 Prozent) steigt dagegen direkt in den Beruf ein. Der Rest macht Praktika, ist in Elternzeit oder arbeitslos.

"Ich würde Studienabbrechern davon abraten, direkt in den Beruf einzusteigen", sagte Gronostaj. Das mag auf den ersten Blick attraktiv sein. Doch kommt es Jahre später im Unternehmen zum Beispiel zu Umstrukturierungen, sind die Fachkräfte ohne jegliche Berufsausbildung häufig jene, die als Erstes gehen müssen.

Ausbildung ist ein Pluspunkt

Hinzu komme, dass die Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten ohne Abschluss eingeschränkt sind.

Wer sich als Studienabbrecher dafür entscheidet, eine Ausbildung zu machen, kann die reguläre Ausbildungszeit unter Umständen verkürzen. (tmn)
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