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Auf der Titelseite der Londoner Zeitung "The Sun" ein Screenshot eines 17 Sekunden langen Schwarz-Weiß-Filmchens aus den 30er Jahren zu sehen, auf dem die kleine Prinzessin Elizabeth mit ihrem Onkel, dem späteren König Edward VIII., ihrer Mutter und ihrer Schwester in einem Garten die Hand zum Hitlergruß streckt. Bild: Teresa Dapp/dpa

Die Archive des britischen Königshauses sind eigentlich streng behütet. Ein Video aus den 30ern, das die spätere Queen beim Hitlergruß zeigt, war aber nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Der Palast ist empört über den Zeitungs-coup - und die Briten diskutieren.

Der Buckingham-Palast erwägt rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung eines Videos, das Queen Elizabeth II. als Kind beim Hitlergruß zeigt. Der Königliche Haushalt habe bereits eine Untersuchung dazu in die Wege geleitet, wie der 17 Sekunden lange Schwarz-Weiß-Film aus den 1930er Jahren in die Hände der "Sun" gekommen sei, berichtete die Nachrichtenagentur PA. Die britische Boulevardzeitung hatte das Dokument am Wochenenden online gestellt. Der Palast bestreitet nicht, dass es authentisch ist.

Copyright prüfen

Die "Sunday Times" zitierte eine Palastquelle, derzufolge auch die Frage des Copyrights geprüft werde. Wenn der Vater der Queen, später König George VI., gefilmt habe, lägen die Rechte bei Elizabeth II. (89) als seiner Nachfahrin. Möglich sei aber auch, dass das Filmmaterial zum Nachlass ihres Onkels Edwards gehört habe. Den habe der Unternehmer Mohamed Al Fayed gekauft und später versteigern lassen. "Die zweite Frage ist, ob irgendeine kriminelle Aktivität im Spiel war", zitiert die "Sunday Times" den Palast-Insider.

Das Video zeigt die etwa sieben Jahre alte Elizabeth und ihre kleine Schwester Margaret gut gelaunt im Garten mit ihrer Mutter und ihrem Onkel, dem späteren König Edward VIII. Sowohl Prinzessin Elizabeth als auch die beiden Erwachsenen strecken den rechten Arm zum Gruß.

Offiziell hatte der Palast mitgeteilt, es sei "enttäuschend", dass der offensichtlich private Film "beschafft und auf diese Weise ausgeschlachtet wurde". Die "Sun" betont, auf legitimem Wege an das Material gekommen zu sein. Das Video sei von "großem kulturellen, historischen und allgemeinen Interesse", sagte der leitende "Sun"-Redakteur Stig Abell dem Sender Sky News.

Verständnis für Ärger

Großbritanniens Minister für Medien zeigte Verständnis für den Ärger der Royals. Er könne "in diesem bestimmten Fall" nachvollziehen, warum der Palast aufgebracht sei, sagte John Whittingdale der BBC. "Das Material schadet der königlichen Familie natürlich", sagte dagegen Graham Smith von der antimonarchistischen Gruppe Republic. Die Royals hätten stets ein "Märchen-Image" gepflegt, das über einen fragwürdigen familiären Hintergrund hinwegtäusche. Ein Verdacht, die Queen habe selbst mit den Nazis sympathisiert, lasse sich aus dem Video aber nicht ableiten, da sie ein Kind gewesen sei.
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