Täter brechen Opferstöcke auf - Hostien auf dem Boden verstreut
Einbrecher in Kirchen

In Fichtelberg stiegen die Täter wohl über den Turm ein. Bild: Lippert
Fichtelberg/Mehlmeisel. (wüw) Kaum Beute, aber großen materiellen und ideellen Schaden haben Einbrecher in den Kirchen Fichtelberg und Mehlmeisel hinterlassen. Wie die Polizei Bayreuth bestätigte, brachen die Unbekannten in der Nacht zum Montag in beide ein und durchwühlten die Räume.

Pfarrer Josef Fischer ist der Schock am Dienstag am Telefon noch anzumerken. Gegen 8.30 Uhr erhielt er am Montag den Anruf. Er solle sofort nach Mehlmeisel kommen. Als er noch auf die Polizei wartete, meldeten sich Handwerker, die an der Fichtelberger Kirche arbeiten, mit der zweiten schlechten Nachricht.

In beiden Kirchen erbeuteten die Täter kleinere Geldbeträge aus Opferstöcken und Kassen in der Sakristei. „Die Zeiten, in denen Opferstöcke lange nicht geleert werden, sind vorbei“, sagt Fischer. Obwohl sie kaum Geld erbeuteten, ließen die Täter teure Gewänder und Altargegenstände zurück. Weil sie aber Türen und Opferstöcke gewaltsam öffneten, bleibt der Pfarreiengemeinschaft dennoch großer Schaden. Besonders groß ist der Schock in Mehlmeisel. Dort öffneten die Täter den Tabernakel und verstreuten die geweihten Hostien auf dem Boden der Kirche. „Dazu kann ich gar nicht sagen“, erklärt der schockierte Pfarrer.

In Fichtelberg stiegen die Täter über den Turm ein. Auf einem Baugerüst gelangten sie zu einem Fenster in zehn Metern Höhe und drückten es auf. In der Kirche brachen sie mehrere Türen und einen Opferstock auf. Bei einem anderen Stock scheiterten sie. In der Sakristei fanden sie 80 Euro, nachdem sie mehrere Schränke aufgebrochen und durchwühlt hatten. Laut Bayreuther Polizei liegt der Schaden an Türen und Mobiliar bei mindestens 800 Euro.

In Mehlmeisel gelangten die Einbrecher über eine Tür in die Sakristei. In der Kirche brachen sie weitere Türen und drei Opferstöcke auf. Die waren am Vortag geleert worden, Geld erbeuteten sie deshalb kaum. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter jene sind, die in den Wochen davor in Kirchen in Oberwarmensteinach, Warmensteinach und Weidenberg einstiegen. Derzeit werte die Polizei noch Hinweise aus, erklärte eine Sprecher. Eine Spur gebe es noch nicht.


Weshalb die Täter immer wieder in Kirchen einsteigen, obwohl sie kaum Beute machen, ist ein Rätsel über dem sowohl die Polizei wie Pfarrer Fischer brüten. Eine Antwort gibt es ebenso wenig, wie auf die Frage nach künftigen Schutzmaßnahmen. Die Kirche in Fichtelberg soll demnächst eine Alarmanlage erhalten. „Wir haben das schon länger geplant“, sagt Fischer. Ob diese den Einbruch verhindert hätte, sei unklar. „Völlige Sicherheit gibt es nicht.“
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