Tarifkonflikt spitzt sich zu - Merkel will nicht eingreifen - Prognose: Rekordstaus am ...
Nun droht auch die EVG mit Bahn-Streik

Keine Züge, keine Fahrgäste: Ein DB-Mitarbeiter an einem leeren Bahngleis im Hauptbahnhof in Stuttgart. Bild: dpa
Der Tarifkonflikt bei der Bahn spitzt sich immer mehr zu. Die Lokführer dehnten ihre mittlerweile neunte Streikwelle am Mittwoch auf den Personenverkehr in ganz Deutschland aus und behinderten damit erneut die Reisepläne von Millionen Fahrgästen. Parallel liefen vertrauliche Gespräche zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL über den Einstieg in eine Schlichtung weiter, ohne dass zunächst ein Ergebnis bekannt wurde.

Für zusätzlichen Druck im Kessel sorgt die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die an diesem Donnerstag mit der Bahn in Berlin einen Tarifabschluss erreichen will. Anderenfalls droht auch sie mit einem Arbeitskampf. Die Bahn müsse noch einmal nachlegen, forderte Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. "Die angebotenen 4,7 Prozent sind uns zu wenig, die vorgeschlagene Laufzeit von 29 Monaten ist zu lang." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte sich nicht in den Tarifkonflikt einschalten. "Als Bundesregierung - mit Blick auf die Tarifautonomie - mischen wir uns da nicht ein", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Über das Wochenende drohen Rekord-Staus auf den Straßen. "Alle Zutaten dafür sind da", sagte Stauforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen. Der Freitag vor dem Pfingstwochenende sei ohnehin der staureichste Tag des Jahres, die meisten Urlauber starteten dann in den Kurztrip. Auf die Autofahrer komme ein Szenario zu, das "wir so noch nie hatten". (Seite 17)
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