Tausende Gäste beim dreitägigen Brunnenfest
Da jubelt die lebendige Historie

Cantus Ferrum zeigte mit befreundeten Gruppen eine militärische Übung. Bild: Huber
Amberg. (ath) Wenn die Menschen im Mittelalter begeistert waren, dann schrien sie einfach "Jubel". Das hörte man am Wochenende über 500 Jahre später wieder in Amberg. Nicht nur aus den Kehlen der Männer und Frauen, die diese Zeit samt Jubel-Ruf gerne nachstellten. Gejubelt haben auch Tausende Gäste über das adlig' Brunnenfeste.

Es ließ passend zu seinem Namen die Historie des 15. Jahrhunderts sprudeln, die in der Vilsstadt tatsächlich eine besondere Bedeutung hat. 1474 nämlich gab es in Amberg die Fürstenhochzeit von Pfalzgraf Philipp und seiner Braut Margarethe von Bayern-Landshut. Diese Vermählung war mit einer über mehrere Tage dauernden Feier für Adelige und Bürger so glanzvoll, dass sie nur ein Jahr später Vorbild für die berühmte Landshuter Hochzeit wurde.

Letztere ist heute zwar ungleich bekannter und größer als das Brunnenfest. Aber der veranstaltende Verein für erlebte Geschichte Cantus Ferrum bemüht sich seit 2001 alle zwei Jahre redlich, seine an die Amberger Fürstenhochzeit erinnernde Feier von Freitag bis Sonntag jedes Mal ein Stück sehenswerter und bunter zu machen.

Von Freitag bis Sonntag findet in Amberg das historische Brunnenfest von Cantus Ferrum statt. Alle Bilder von Stephan Huber

Das ist heuer besonders gut gelungen, weil die große Anzahl von 18 historischen Gruppen und 43 Händlern, Handwerkern und Schaustellern mitmachte. Ihre Stände und ihr Lager samt Markttreiben füllten nicht nur den Maxplatz und den angrenzenden Stadtgraben als Zentrum, sondern reichten bis hin zum Lüderitzplatz und in den Zwinger zwischen Vilstor und Malteser.

Hier überall konnten die Besucher schauen, staunen und kaufen - neben dem eigenen "Showprogramm" mit Tänzen, Ritterkämpfen und Feuerspektakel auf einem abgesteckten Turnierplatz. Cantus-Ferrum-Vorsitzender Jörg Pickelmann freute sich über die ausgezeichnete Resonanz sowohl von Besucher- als auch Beschickerseite, die nach seiner Ansicht neben den Aktionen einen weiteren Grund hat: Ambergs wunderschönes Ambiente in diesem historischen Bereich inklusive Altstadt-Mitte, wo am Samstagnachmittag auch der Festzug mit der nachgestellten Hochzeit über die Bühne ging.

"Welche Stadt hat schon so ein originales Flair zu bieten?", betont "Junker Jörg". Andere mittelalterliche Feste müssten sich oft mit einer grünen Wiese am Stadtrand begnügen und seien nicht mittendrin in der authentischen und gut erhaltenen alten Bausubstanz.
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