Teenager soll mit Vater mutmaßlichen Vergewaltiger der Schwester getötet haben
Vorwurf Lynchjustiz

Es soll ein tödlicher Racheakt gewesen sein: Nun stehen die beiden Hauptangeklagten, Vater (48) und Sohn (18), wegen gemeinschaftlichen Mordes vor dem Freiburger Landgericht. Der damals 17 Jahre alte Schüler soll den mutmaßlichen Vergewaltiger seiner Schwester in einen Hinterhalt gelockt und mit 23 Messerstichen getötet haben, sagte Oberstaatsanwalt Eckart Berger beim Prozessauftakt am Mittwoch.

Das Opfer (27) starb noch am Tatort, einem Pendlerparkplatz südlich von Freiburg. Die Tat hatte bundesweit Aufsehen erregt und machte als sogenannter Lynchmord vom Oberrhein Schlagzeilen. Sohn und Vater hatten gestanden. Einen Plan habe es jedoch nicht gegeben, sagte der Verteidiger des Jungen, Sebastian Glathe. Der Schüler habe im Affekt gehandelt. "Er war in einem Zustand verminderter Schuldfähigkeit, die Sache ist aus dem Ruder gelaufen."

Neben den beiden Hauptangeklagten stehen zwei mutmaßliche Komplizen (19 und 21), vor Gericht. Sie sollen geholfen haben, indem sie das Treffen organisierten und das Opfer festhielten, als es attackiert wurde. Die Tat geschah sechs Tage, nachdem die junge Frau vergewaltigt worden war. Die Angeklagten hätten Rache und Vergeltung üben wollen, sagte Berger. Gleich nach der Vergewaltigung sei es zu dem Entschluss gekommen, den Verdächtigen zu töten.

Das Opfer starb nach Stichen in Körper, Gesicht und Hals und soll auch mit einem Schlagstock und einem Elektroschockgerät traktiert worden sein. Die Polizei hatte gegen den untergetauchten mutmaßlichen Vergewaltiger ermittelt. Über soziale Netzwerke wurde die Familie des Vergewaltigungsopfers schneller fündig. Nach der Verlesung der Anklage wurde der Prozess unterbrochen. Weiter verhandelt werden soll nun am 20. April. Gehört werden sollen 38 Zeugen und vier Sachverständige.
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