Teilchenbeschleuniger nimmt wieder Fahrt auf
Auf Kollisionskurs

Der größte Teilchenbeschleuniger der Welt ist nach einer umfassenden Modernisierung seit Ostersonntag wieder in Betrieb. In dem unterirdischen Ringtunnel zwischen Frankreich und der Schweiz sollen Protonen mit viel höherer Energie als je zuvor aufeinanderprallen. In den Zerfallsprodukten suchen Forscher nach bislang unentdeckten Bausteinen des Universums. Den Neustart des Large Hadron Colliders (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrum (Cern) verfolgten Forscher und Physikbegeisterte in einem Live-Blog.

"Alles hat hervorragend geklappt", sagte Cern-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer in der Nähe von Genf. Zuvor hatte um 10.41 Uhr der erste und um 12.27 Uhr der zweite Teilchenstrahl den 27 Kilometer langen LHC-Ring passiert. Die Modernisierungsarbeiten der "Weltmaschine" dauerten über zwei Jahre.

Bis die Strahlen aus Protonen mit der nun erstmals möglichen Kollisionsenergie von 13 Teraelektronenvolt (TeV) - fast doppelt so viel wie bisher - aufeinanderprallen, wird es noch etwa zwei Monate dauern. Am Sonntag ging es im Ringtunnel noch mit der vergleichsweise bescheidenen Injektionsenergie von 450 Gigaelektronenvolt los.

Geschichte geschrieben

Vor drei Jahren hätten die Forscher mit dem LHC durch den Nachweis des Higgs-Teilchens, des wichtigsten Bausteins im Standardmodell der Materie, Geschichte geschrieben, sagte der Direktor für Teilchenphysik des Deutschen Elektronen-Synchrotons (Desy), Joachim Mnich. "Der Neustart mit deutlich höherer Energie gibt uns die Chance, in neue, unbekannte Regionen vorzustoßen und neue physikalische Phänomene wie zum Beispiel die Dunkle Materie nachzuweisen." Das Desy in Hamburg/Zeuthen)ist mit rund 150 Mitarbeitern an den Experimenten des Cern beteiligt. Insgesamt gehören rund 1000 deutsche Forscher zu den weltweit Zehntausenden Wissenschaftlern, die in die Experimente einbezogen sind.
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