Teile der Unionsfraktion halten Entwurf der Bundesregierung für zu wirtschaftsfreundlich
Interne Front gegen Fracking

In der Unionsfraktion regt sich Protest gegen das neue Fracking-Gesetz der Bundesregierung. Es müsse verboten werden, das bei der Gasförderung anfallende Lagerstättenwasser im Boden zu entsorgen, sagte der niedersächsische CDU-Abgeordnete Andreas Mattfeldt am Freitag. Das Wasser sei hochgradig benzol- und quecksilberbelastet und müsse von der Industrie aufbereitet werden. Die Entscheidung über Fracking dürfe zudem nicht an eine Kommission delegiert werden, sondern müsse im Bundestag getroffen werden. Einige Unionsabgeordnete stehen der Erdgasförderung seit längerem kritisch gegenüber - laut Mattfeldt eine Gruppe von mehr als 100 Abgeordneten. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass sich in der Unionsfraktion nur Wirtschaftspolitiker positiv zum Fracking äußerten.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte den umstrittenen Entwurf zur Schiefergasförderung am Donnerstag vorgelegt. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann verteidigte das Gesetz. Der Entwurf sei das strengste Fracking-Gesetz der Welt, sagte Oppermann in Hamburg und verwies auf die hohen Hürden für die Genehmigung.

Die schwarz-gelbe Koalition scheiterte bereits 2013 mit einem Vorstoß für Fracking am Widerstand in den eigenen Reihen. Damals fanden CDU-Politiker die Trinkwassergebiete rund um den Bodensee nicht ausreichend geschützt.
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