Terrormiliz zieht die Schlinge um Kobane zu

"Rettet unsere Mädchen!" Wie hier in Berlin haben Kurden in vielen Städten auf die Bedrohung durch IS hingewiesen. Bild: dpa

Noch leisten kurdische Milizen heftige Gegenwehr. Ob sie dem Ansturm der IS-Terroristen auf Kobane standhalten können, erscheint immer fraglicher. Die Angst vor einem Massaker geht um.

(dpa/epd) Die Einnahme der seit Tagen umkämpften syrisch-kurdischen Grenzstadt durch die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) scheint nur noch eine Frage der Zeit. Trotz massiver Gegenwehr kurdischer Kämpfer und Luftschlägen rückten die IS-Milizen am Dienstag weiter in die strategisch wichtige Stadt an der Grenze zur Türkei ein. "Kobane ist dabei zu fallen", sagte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan vor syrischen Flüchtlingen. Die Luftunterstützung für die kurdischen Verteidiger kritisierte er als unzureichend.

"Nur durch Luftangriffe können sie diesem Terror kein Ende setzen", sagte Erdogan nach Angaben der staatsnahen Nachrichtenagentur Anadolu. Er forderte erneut die Bildung einer Schutz- und einer Flugverbotszone in Syrien. Zuvor hatten IS-Kämpfer laut syrischen und kurdischen Aktivisten mindestens drei östliche Stadtteile von Kobane eingenommen. Sollten die Dschihadisten die gesamte Stadt erobern, hätten sie einen langen, durchgängigen Grenzstreifen zum Nato-Land Türkei unter Kontrolle.

Kurdische Einheiten erklärten Kobane (arabisch: Ain al-Arab) zur "Militärzone" und brachten noch verbliebene Zivilisten an die nahe gelegene Grenze. Etwa 5000 Kurden stellen sich derzeit den IS-Extremisten entgegen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert in einem eindringlichen Appell den Schutz der Zivilisten in Kobane. Alle Mächte mit den nötigen Mitteln müssten den Menschen zur Hilfe kommen, verlangte Ban.

Der "barbarischen Kampagne" des IS gegen Kobane seien schon zu viele Menschen zum Opfer gefallen. Ban beklagte etliche Verletzte und Tote. Bei Solidaritätsdemonstrationen für Kobane ist einem Medienbericht zufolge in der Türkei ein Mensch getötet worden. Der 25-Jährige sei am Dienstag bei Zusammenstößen mit der Polizei in der vor allem von Kurden bewohnten Stadt Varto im Osten des Landes erschossen worden, berichtete die Zeitung "Radikal".
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