Testfahrt in der Baustelle an der B 299 und B 85
Spurensuche im Schmetterling

Schnell wird es eng bei der Ausfahrt Richtung Sulzbach-Rosenberg. Für viele Autofahrer ist das provisorische Verkehrsleitsystem an der Kreuzung der Bundesstraßen 299 und 85 noch neu. Fürs Spurenwechseln bleibt hier nicht viel Zeit. Bild: lde
Amberg. (lde/wpt) Der Amberger Schmetterling hat sich bereits zum geflügelten Wort entwickelt. Tausende Autofahrer passieren die Umleitung an der Kreuzung von B 299 und B 85 täglich - nicht alle ohne Probleme.

Schnell mal mit dem Auto nach Sulzbach-Rosenberg? Ganz so zügig wie sonst geht das von Amberg aus momentan nicht. Denn an der Kreuzung der Bundesstraßen 85 und 299 laufen seit zwei Wochen die vorbereitenden Arbeiten für den Abriss der fast 50 Jahre alten Brücke. Alle, die diesen Kreuzungspunkt passieren, müssen seither den "Schmetterling" fahren - ein Schleifensystem über die Auffahrrampen, das einem Kreisverkehr gleicht. Unsere beiden Praktikanten, Laura Dechant und Wolfgang Ruppert, haben sich das Reporter-Auto geschnappt und die Umleitung getestet.

"Sozialverhalten trainieren"

Täglich nutzten nach Angaben des Staatlichen Bauamts mehr als 30 000 Kraftfahrer den Knotenpunkt. Auch jetzt, während der Arbeiten, bleibt dieser Ansturm nicht fern. "Der Amberger Schmetterling eignet sich hervorragend, um das Sozialverhalten im Straßenverkehr zu trainieren", findet Laura. "Man ist auf das Entgegenkommen der anderen Verkehrsteilnehmer angewiesen", sagte sie. "Wenn da einer nicht bremst und den Spurwechsel ermöglicht, dann muss man unter Umständen die ganze Schleife nochmal fahren." Brenzlige Situation bei der Ausfahrt Sulzbach-Rosenberg: Während des Praxistests zog ein roter VW, ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten, unvermittelt auf die rechte Spur. Hätte der Fahrer hinter ihm nicht abrupt gebremst, wäre es wohl zu einem Zusammenstoß gekommen. Jede der vier Ausfahrten stellt einen solchen Brennpunkt dar.

"Weil die zwei Straßen die Amberger Hauptverkehrsadern sind, ist natürlich viel los", berichtet Wolfgang. "Vor allem die Spurwechsel sind schwierig - die gestrichelten Linien lassen nicht viel Raum dafür. Besonders um die Mittags- und Feierabendzeit wird es da eng." Mehrmals beobachteten unsere Praktikanten gefährliche Situationen, weil Fahrer offensichtlich bemerkten, dass sie in die falsche Richtung unterwegs waren. "Dann ist es oft zu spät, das Lenkrad herumzureißen und auf die andere Fahrbahn zu wechseln."

Waghalsige Manöver

Im Schmetterling kommt es deswegen zu waghalsigen Manövern: Der Fahrer eines silbernen BMW legte im Gedränge der Fahrzeuge kurzerhand den Rückwärtsgang ein, als er bemerkte, dass er sich falsch eingeordnet hatte. Ein Lastwagenfahrer verlor offensichtlich den Überblick: Weil er sich zwischen den Fahrspuren nicht entscheiden konnte, fuhr er durch die Warnbaken auf die Baustelle, um sich zu orientieren. Es lauern noch andere Gefahren. "Die Fahrbahnen im gesamten Baustellenbereich sind sehr eng. Wenn zwei Lastwagen nebeneinander fahren, passt schnell mal kein Daumen mehr dazwischen."

Bei Nacht irritierend

"Meiner Ansicht nach ist der Schmetterling sehr verwirrend", meint Wolfgang. "Durch die vielen weiß-roten Warnbaken gleicht der Straßenverlauf einem Labyrinth aus Markierungen." Bei Dunkelheit blenden die blinkenden Absperrungen die Autofahrer. Fällt noch dazu Regen, spiegeln sich die Lichter auf dem nassen Asphalt. Lauras Fazit: "Den Leuten, die dort unterwegs sind, bleibt nichts anders übrig, als im Baustellenbereich langsam zu fahren und aufzupassen."(Angemerkt)
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