Textilfabriken: Üble Zustände

Bei dem Unglück in den Rana-Plaza-Fabriken kamen mehr als 1100 Menschen ums Leben. Auch als Konsequenz daraus wollen sich in Deutschland jetzt mehr Handelsketten und Modehersteller dem von der Bundesregierung gegründeten Textilbündnis für faire Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern anschließen. Archivbild: dpa
Fast zwei Jahre nach dem verheerenden Einsturz der Rana-Plaza-Fabriken in Bangladesch herrschen in dem Land laut Menschenrechtlern noch immer unwürdige Arbeitsbedingungen. Die Textilarbeiter litten unter Attacken, sexuellen Beschimpfungen, erzwungenen Überstunden, fehlendem Mutterschutz und verspäteten oder unvollständigen Lohnzahlungen, berichtete die Organisation Human Rights Watch (HRW). Für den am Mittwoch in Dhaka vorgestellten Bericht wurden mehr als 160 Arbeiter in 44 Fabriken befragt. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hatte im Oktober 2014 unter dem Eindruck mehrerer Unglücke das Textilbündnis für faire Arbeitsbedingungen gegründet. Viele Firmen traten mit Hinweis auf Wettbewerbsverzerrung und Haftungsrisiken nicht bei. Später wurde der "Aktionsplan" abgeschwächt. Firmen müssen konkrete Verbesserungen nicht mehr zu einem fixen Zeitpunkt erreichen.
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