Tierheim will in Weiden bleiben - Vorschlag für mögliches Konzept
Neubau im alten Revier

Bild: Steinbacher
Weiden. (phs) Wer da alles mitgeredet hat: Herz, Bauch und ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Mehrheit dieser Entscheidungsträger ist dafür, dass der Tierschutzverein in der Schustermooslohe statt in Mantel neu baut. Am besten schon 2016.

Mantels Bürgermeister Stephan Oetzinger nimmt die Absage von Mariele Junak sportlich. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins hatte ihm am Montag mitgeteilt, dass die Mehrheit ihrer 900 Mitglieder dazu tendiert, mit dem Tierheim in Weiden zu bleiben. "Absolut verständlich", versetzt sich Oetzinger in Junaks Lage. "Sollte es sich in Weiden anders entwickeln als gedacht, sind wir weiterhin gesprächsbereit. Extra aufheben kann ich die Flächen allerdings nicht."

Standorttreu im Ehrenamt

"Der Verstand hätte zu Mantel tendiert, weil es dort absolut ruhig ist, aber Tierschutz ist eben auch eine Herz- und Bauchangelegenheit", erklärt Junak. Zudem seien ihre 15 bis 20 Ehrenamtlichen, die mit Hunden Gassi gehen, Katzen füttern oder auch mal Tierärzte konsultieren, fast alle Weidener. "Die wollen nicht jeden Tag bis Mantel fahren."

Eine dieser engagierten Gassigeherinnen ist Architektin, Junaks Mann ist Bauingenieur. Diese beiden sollen sich nun Gedanken machen, der Stadt ein genehmigungsfähiges Konzept vorzulegen. Das könnte so aussehen: Der Tierschutzverein baut auf seinem Gartengrundstück rechts neben dem bestehenden Tierheim. Angedacht sind zwei Abschnitte. Wenn alles glatt geht, sollen im ersten bereits nächstes Jahr auf dem Gartengelände ein Verwaltungsgebäude und das Katzenhaus entstehen.

Ist das erledigt, käme 2017 eine Zwischenphase. In der würde der Hundetrakt abgerissen. Idealerweise im Sommer. Die Tiere kämen dann übergangsweise zu befreundeten Tierschutzvereinen oder würden auf Freiflächen untergebracht werden, bis an gleicher Stelle ihr neues Domizil fertig ist.

Mehr Fellträger sollen es aber auch danach nicht werden. Der Verein plant weiterhin für 20 Hunde, 50 Katzen und 20 Kleintiere. Die sollen dafür aber vorschriftsmäßig mehr Platz bekommen. Vorgesehen sind ferner eine Kranken- und Quarantänestation, ein Notfallzwinger für den die Polizei den Schlüssel hat, damit sie Fundhunde abgeben kann, wenn kein Mitarbeiter vor Ort ist und ein Freilaufbereich für Kleintiere wie Hasen und Meerschweinchen.

Schall weg von Nachbarn

Das alles soll rund 1,2 Millionen Euro kosten. "Schauen wir mal, wie viel Tierheim wir dafür kriegen", sagt Junak. Das alles will sie mit der Stadt klären. "OB und Baudezernent haben uns sehr unterstützt." Auch die Nachbarn seien sehr wohlwollend. Damit die so weit wie möglich ihre Ruhe haben, sollen die Gebäude so ausgerichtet sein, dass Wald und Straße Schall und Gebell schlucken.

Ein anderer Standort, den die Stadt ursprünglich erwogen hatte, ist damit auch beerdigt. Er wäre unterhalb des Tierfriedhofs am Rehbühl gewesen. Dort, wo der Modellbauclub "RC Szene-Oberpfalz" Rennen mit ferngesteuerte Miniaturautos fahren wollte. Anwohner hatten sich mit Erfolg dagegen gewehrt. Gut möglich, dass ihnen das auch gelungen wäre, wenn sich vierbeinige neue Nachbarn dutzendweise angekündigt hätten.
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