Tiger verliert in der Oberpfalz Waffenteile
Pannen bei der Bundeswehr

Ein Tiger-Kampfhubschrauber vor wenigen Wochen über dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Bei den Übungen kam es zu einem Zwischenfall, wie jetzt bekannt wurde. Archivbild: mor
Grafenwöhr/Weiden/Berlin. (wüw/dpa) Das Verteidigungsministerium bestätigte am Sonntag unserer Zeitung einen entsprechenden Medienbericht. Auf Details zu dem Vorfall wollte der Ministeriumssprecher nicht eingehen. Die Ursache sei unklar, der Untersuchungsbericht liege noch nicht vor.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, dass sich bei einem Übungsflug am 8. September am Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) ein Waffenschloss gelöst habe. An dem Waffenträger seien Hot-Panzerabwehrraketen befestigt gewesen. Bei solchen Übungsflügen sind die Hubschrauber niemals mit scharfer Munition unterwegs. Weil kein Gefechtskopf montiert gewesen sei, sei der Schaden am Boden gering geblieben. Anders als der "Spiegel" schreibt, hat sich der Vorfall aber wohl nicht in Grafenwöhr, sondern auf einem Übungsgelände der Bundeswehr bei Weiden ereignet. Der betroffene Helikopter gehört zum Kampfhubschrauberregiment 36 aus Fritzlar (Hessen).

Wegen der Ausrüstungsmängel der Bundeswehr kann Deutschland zurzeit seine Bündniszusagen an die Nato nicht einhalten. "Bei den fliegenden Systemen liegen wir im Augenblick unter den vor einem Jahr gemeldeten Zielzahlen, was wir binnen 180 Tagen der Nato im Alarmfall zur Verfügung stellen wollen", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) der "Bild am Sonntag". "Dahinter steckt der Ersatzteil-engpass bei den Flugzeugen und der Ausfall von Marinehubschraubern."

Der "Spiegel" berichtet, im Fall eines Angriffs etwa auf ein baltisches Nato-Mitglied könne die Bundeswehr zum Beispiel die 60 angemeldeten Eurofighter-Kampfjets nicht zur Verfügung stellen. Die Ministerin versicherte, dass die Bundeswehr aber alle Verpflichtungen erfüllen könne, "was die laufenden Einsätze sowie die kurzfristige Krisenreaktion der Nato angeht".

In den vergangenen Tagen war bekanntgeworden, dass ein erheblicher Teil der Bundeswehr-Systeme momentan nicht einsatzfähig ist. Von der Leyen erwägt, für humanitäre Einsätze vorübergehend Flugzeuge zu leasen. Es werde noch Jahre dauern, bis es eine voll einsatzfähige Flotte des neuen Transportflugzeugs A400M gebe. "So lange muss die bewährte, alte Transall fliegen. Aber wir müssen sie entlasten. Deshalb prüfen wir, parallel zusätzliche Transportflugzeuge zu mieten", sagte sie.
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