Tipps und Informationen zum Rauchmelder

Klein, aber ein Lebensretter: Am Tag des Rauchmelders erklärt Hans-Jürgen Schlosser, Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis Schwandorf, wie das Gerät funktioniert und gibt Tipps:

Funktion: Rauchmelder registrieren bei einem Brand Rauchgas und schlagen Alarm. Es ertönt ein schrilles Geräusch mit einer Lautstärke von mindestens 85 Dezibel. "Das Herzstück eines optischen Rauchmelders ist die Rauchkammer", sagt Schlosser. "An den Seiten der Rauchkammer sind Kaskaden angebracht, die dafür sorgen, dass Luft in die Rauchkammer einströmen kann, jedoch keine Insekten oder anderen größeren Partikel, da diese Fehlalarme auslösen können." In der Kammer befinden sich eine Diode und ein Empfänger. Die Diode sendet in regelmäßigen Abständen einen Lichtimpuls aus, der im Normalfall nicht auf den Empfänger trifft. Strömen Rauchpartikel in die Kammer des Melders, reflektieren sie das Licht auf den Empfänger. Das Warnsignal ertönt. "Die Feuerwehr wird nicht bei Auslösung eines Hausrauchmelders alarmiert. Diese sind zum Eigenschutz des Bewohners gedacht." Ein Notruf müsse über die Nummer 112 abgesetzt werden.

Installation: Rauchmelder müssen laut Schlosser im Schlaf-, Kinder-, Wohnzimmer, in der Küche und in Gängen angebracht werden. Er empfiehlt, den Melder an der Zimmerdecke zu befestigen, "da der Rauch nach oben steigt." Das Gerät soll in der Raummitte mit mindestens 50 Zentimeter Abstand zu den Wänden waagrecht befestigt werden - nicht in der Nähe von Luftschächten, Zugluft und nicht in Räumen, in denen starker Dampf, Staub oder Rauch entsteht. Für die Anbringung sei der Bauherr oder Eigentümer verantwortlich.

Qualität: Geprüfte Rauchmelder sind im Elektrofachmarkt erhältlich. "Kaufen Sie nur Rauchmelder, die mit dem CE-Zeichen inklusive Prüfnummer und der Angabe der ,EN14604' versehen sind", informiert Schlosser. Allerdings verweise dieses Zeichen nur darauf, dass das Produkt in Europa verkauft werden darf. Zusätzlich gebe es noch ein unabhängiges Qualitätszeichen: das "Q", das für Rauchmelder mit erweiterter Qualitätsprüfung stehe. Ob die Geräte funktionieren, könne man mit einem Testknopf prüfen. Ein "Rauchmelder ist nach Herstellerangaben zu überprüfen, mindestens jedoch einmal im Abstand von zwölf Monaten." Wie das funktioniert, steht in der Gebrauchsanweisung.

Nachrüstpflicht: Der Bayerische Landtag hat laut Schlosser am 29. November 2012 mit dem Gesetz zur Änderung der Bayerischen Bauordnung und des Baukammerngesetzes beschlossen, für Neubauten und den Bestand von Wohnungen eine gesetzliche Rauchwarnmelderpflicht einzuführen. Der Artikel 46 Absatz 4 Bayerische Bauordnung verpflichtet dazu. Für neue Wohnungen gilt die Verpflichtung mit Baubeginn ab 1. Januar 2013, außer für Wohnungen in Sonderbauten wie Hochhäuser. "Die Eigentümer vorhandener Wohnungen sind verpflichtet, diese bis 31. Dezember 2017 entsprechend auszustatten", erklärt Schlosser. (spi)
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