Tödliche Messerattacke

Ein Absperrband der Polizei sichert die Agentur für Arbeit in Rothenburg. Ein Mann hatte hier am Mittwoch gegen Mittag einen 61-jährigen Mitarbeiter erstochen. Bild: dpa

Im Jobcenter von Rothenburg ob der Tauber ist am Mittwoch ein Mitarbeiter erstochen worden. Das 61 Jahre alte Opfer hatte keine Chance. Die Hintergründe des Angriffes sind noch unklar.

Nach ersten Erkenntnissen war das Opfer um kurz vor 12 Uhr von einem 28 Jahre alten Mann attackiert worden. Sofort herbeigeeilte Mitarbeiter des Jobcenters konnten den Angreifer zwar noch überwältigen. Für den 61-Jährigen kam aber jede Hilfe zu spät. Auch der rasch verständigte Notarzt konnte ihn nicht wiederbeleben.

Obduktion am Donnerstag

Das Motiv für den Angriff blieb zunächst offen. Bei dem Gutachter handelte es sich nicht um einen festen Mitarbeiter der Behörde in Mittelfranken, er wurde er in bestimmten Einzelfällen hinzugezogen. Seine genauen Aufgaben seien aber noch unklar, berichteten die Ermittler. Inoffizielle Informationen, wonach es sich um einen Psychologen handelte, wollten sie nicht bestätigen. Die Leiche des Mannes sollte am Donnerstag obduziert werden. Den Angreifer konnten die Ermittler noch nicht ausführlich vernehmen: Er wurde schwer an der Hand verletzt und für eine Operation ins Klinikum Würzburg gebracht. Daher ist auch noch unklar, ob er mit dem Vorsatz, sein Opfer umzubringen, ins Jobcenter gekommen war, oder ob er sich spontan zu der Bluttat hinreißen ließ. Nach derzeitigem Stand geht der zuständige Staatsanwalt vom Tatbestand des Mordes aus.

Nicht der erste Vorfall

"Wir sind absolut betroffen und bestürzt", sagte der Landrat des Kreises Ansbach, Jürgen Ludwig (CSU). Um die sieben Beschäftigten des Jobcenters habe sich sogleich ein Notfall-Seelsorger gekümmert. "Die Mitarbeiter sind eng zusammengerückt und geben sich Halt", schilderte Ludwig am Mittwochabend.

Die Einrichtung soll nun zunächst geschlossen bleiben, Kunden werden an andere Dienststellen verwiesen. Jobcenter sind für die Vermittlung von Arbeitslosen zuständig und übernehmen auch die Abwicklung der Grundsicherung, die als Hartz IV bekannt ist und unter anderem an Langzeitarbeitslose ausgezahlt wird.

In deutschen Behörden war es in den vergangenen Jahren wiederholt zu schweren Vorfällen gekommen, bei denen Angreifer urplötzlich auf Mitarbeiter losgingen und diese schwer verletzten. Auch in Jobcentern gab es bereits sogar tödliche Attacken. So stürmte im September 2012 ein 52 Jahre alter Mann in das Jobcenter im rheinischen Neuss und erstach eine Mitarbeiterin mit einem Fleischermesser.

In einem Frankfurter Jobcenter wurde im Mai 2011 eine Angreiferin durch eine Polizeikugel getötet. Die Frau hatte zuvor einen Beamten mit einem Messer verletzt.
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