Tödliches Zugunglück macht Kollegen und Anwohner betroffen
"Sie hat nen großen Schutzengel"

Nach dem schweren Zugunglück in der Oberpfalz mit zwei Toten haben Nutzer sozialer Medien ihrer Betroffenheit Ausdruck verliehen - auch mehrere Lokführer.

Freihung. Nach dem schweren Zugunglück in der Oberpfalz mit zwei Toten haben Nutzer sozialer Medien ihrer Betroffenheit Ausdruck verliehen - auch mehrere Lokführer. «Wie bereits 2001 habe ich hier einen Kollegen verloren, mit dem ich gerne Kontakt hatte und Erinnerungen verbinden», schrieb ein Mann aus Oberfranken am Freitagmorgen auf Facebook.

Ein anderer, der nach eigenen Angaben seit 1997 bei der Bahn arbeitet, postete: «Ruhe in Frieden, Kollege. Viel Kraft den Angehörigen und Hinterbliebenen. Einfach nur furchtbar.» Ein Nürnberger Kollege des Getöteten zeigte sich schockiert: «Das hätte auch ich sein können - mein Zug, mein Bahnübergang ... Zum Glück zu der Zeit schon daheim.»

Nach ersten Ermittlungen war am späten Donnerstagabend ein Tieflader, am Bahnübergang in Freihung stecken geblieben. Der herannahende Regionalzug konnte nicht mehr bremsen. «Ich selbst wäre vor 3 Jahren um Haaresbreite mit 130 km/h durch ein Pkw gefahren», postete dazu ein Lokführer. Sein Ratschlag auf Facebook an Lkw-Fahrer, die auf Bahnübergängen stecken bleiben: «Bleibt einfach vor der Schranke stehen oder fahrt im Notfall den Schrankenbaum bei Seite, der hat eine Sollknickstelle, wenn ihr eingeschlossen seid auf dem Bahnübergang.»

Im Zug befanden sich etwa 40 Reisende. Die Freundin einer Frau, die in dem Zug fuhr, schrieb erleichtert: «?Sie hat nen großen Schutzengel...bin so froh das ihr nichts großartiges passiert ist.» Auch bei Anwohnern sitzt der Schock tief: «Echt schrecklich wenn sowas vor deiner Nase passiert. Selbst mir zittern noch die Knie.»