Trachtler retten Tradition

Mit vereinten Kräften wollen sie das Ding stemmen - wörtlich und bildlich. Der beliebtesten Mai-Tradition drohte in Trabitz das Aus - bis sich "D' Haidenaabtaler" bei der Gemeindeversammlung ein Herz fassten.

Neun Maibäume ragten heuer in den Himmel über der Gemeinde. Und so soll es auch im nächsten Jahr sein. Bei der Gemeindeverbandssitzung im Pichlberger Feuerwehrhaus war man sich einig, dass die Tradition nicht ausgerechnet im Hauptort "einschlafen" dürfe.

Beinahe wäre der Dorfplatz schon heuer kahl geblieben: Anfang April hatte sich der Stopselclub aufgelöst, und damit war das Amt des "Maibaummeisters" verwaist. Mit einer Baumspende verhinderten die Preißacher Nachbarn das Schlimmste. Wie aber sollte es weitergehen? Nach kurzer Diskussion hieb Erich Riedel den Knoten durch: "Wir können die Maibaumfeste nicht allein organisieren, aber wir sind bereit, in einem Team aus mehreren Gruppen die Federführung zu übernehmen", versprach der zweite Vorsitzende des Trachtenvereins "D 'Haidnaabtaler".

Diese Lösung gefiel Bürgermeisterin Carmen Pepiuk: "Ein solches Fest soll den Ort mobilisieren, deshalb sollte das Maibaumaufrichten nicht nur an einem Verein hängen." Die Kulturbanausen sagten ihre Mitwirkung zu, die anderen Vereine zeigten gleichfalls Interesse, und Pepiuk verriet, dass man auch auf die Aktiven des früheren Stopselclubs zählen dürfe. Einigkeit herrschte in einem Punkt: Der Trabitzer Frühlingsbaum soll weiterhin ein "klassischer" Maibaum sein. Einen gegebenenfalls mit Vereinsemblemen gezierten Zunftbaum, wie ihn die Bürgermeisterin zur Diskussion gestellt hatte, lehnte die Versammlung ab.

Künftig am 1. Mai

Die Vereinsvertreter schlossen sich der Meinung des Burkhardsreuther Feuerwehrvorsitzenden und Kurbersdorfer Spielplatzteamsprechers Robert Schwemmer an, dass ein solcher Baum "nichts mit einem Maibaum zu tun hat". Erich Riedel stellte ebenfalls klar, dass der Trachtenverein auf einen traditionellen Maibaum Wert lege: "Wir wollen auch da konsequent bei der Devise bleiben: Sitt' und Tracht der Alten wollen wir erhalten." Eins wird sich jedoch ändern: Der Trabitzer Stamm soll künftig erst am 1. Mai aufgestellt werden. "Speis' und Trank wird es natürlich geben", versicherte Riedel. Pepiuk sagte ihrerseits zu: "Den nächsten Baum stellt die Gemeinde aus ihrem Waldbesitz."

Nicht nur die Zukunft der Maibaumfeste, sondern auch die des gemeindlichen Toilettenwagens ist gesichert. Feuerwehr Burkhardsreuth, Kulturbanausen, Landjugend und die Familie Bauer aus Burkhardsreuth und Trabitz erklärten sich spontan bereit, bei der Instandsetzung des sanierungsbedürftigen Gefährts zu helfen. Die Materialien stellt die Gemeinde. Für 25. Oktober um 13 Uhr lud die Bürgermeisterin alle Helfer zu einer Bestandsaufnahme in den Bauhof ein. Grund zur Freude gab der Rückblick auf das gemeindliche Ferienprogramm, dessen Angebote sehr rege angenommen wurden.

Zufrieden waren Gemeindeoberhaupt und Vereine auch mit der Resonanz auf die Luftgewehr-Gemeindemeisterschaft. Carmen Pepiuk dankte allen, die an der Organisation dieser Veranstaltungen teilgenommen hatten: "An solchen Dingen hängt eine Menge Arbeit, die man nicht einfach als Selbstverständlichkeit zur Kenntnis nehmen darf." In bewährter Form findet am 15. November das Totengedenken zum Volkstrauertag statt: Auf den Kirchenzug um 18.45 Uhr folgt der Gottesdienst um 19 Uhr mit anschließender Gefallenenehrung
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