Transplantation: In Regensburg keine gezielte Manipulation
«Keine kriminelle Energie sichtbar»

Ein Prüfungsbericht der Bundesärztekammer zu Organtransplantation hat bisherige Erkenntnisse zu Unregelmäßigkeiten am Uniklinikum Regenburg bestätigt. Bild: dpa
Regensburgö. (dpa/lby) Ein Prüfungsbericht der Bundesärztekammer zu Organtransplantation hat bisherige Erkenntnisse zu Unregelmäßigkeiten am Uniklinikum Regenburg bestätigt. Es habe aber weder bei den Nieren- noch bei den Lebertransplantationen Anhaltspunkte für systematische Richtlinienverstöße oder für gezielte Manipulationen gegeben, heißt es in dem Bericht. «Man hat aus eigener Kraft die eigenen Transplantationsprogramme untersucht und leider auch Auffälligkeiten gefunden und präsentiert», sagte Prof. Bernhard Banas, Leiter des Transplantationszentrums Regensburg, am Mittwoch.

Es habe Fehler gegeben, die überall im medizinischen Bereich passieren können. «Es ist aber keine kriminelle Energie sichtbar geworden, und es wurden auch keine aktiven Manipulationen nachgewiesen.»

Etwa bei den Lebern gab es laut Bericht von 2007 bis 2009 insgesamt 181 Transplantationen. Davon seien 82 geprüft worden, bei sechs wurden Richtlinienstöße festgestellt. Beispielsweise waren bei Tumoren die Diagnosen nicht ausreichend über Bildgebungsverfahren gesichert worden. Bei den Pankreas- und Herztransplantationen seien in Regensburg keine Fehler gefunden worden.

Regensburg arbeitet nach dem bundesweiten Transplantationsskandal weiter. Bayern hatte die Zahl der Lebertransplantationsprogramme auf drei Zentren konzentriert, nämlich Regensburg, München-Großhadern und Würzburg. «Die Transplantationsmedizin ist mittlerweile in Deutschland einer der best kontrollierten Bereiche», sagte Banas. Niemand müsse bei einer Organspende Angst haben, dass die Organe nicht ordnungsgemäß transplantiert werden.
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