Trauer und neue Angst nach Attentaten von Paris

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Die Terrorserie von Paris mit 129 Todesopfern könnte nach Befürchtung der französischen Regierung und des US-Geheimdienstes CIA nur der Auftakt einer Angriffswelle sein. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bereite weitere Attacken gegen Europa und seine Verbündeten vor, warnte Premierminister Manuel Valls am Montag. Auch der IS drohte in einer neuen Videobotschaft mit weiteren Anschlägen. Präsident François Hollande kündigte an, den UN-Sicherheitsrat im Kampf gegen die Terrormiliz anzurufen. Frankreich werde die Luftangriffe gegen den IS fortsetzen. Der Flugzeugträger Charles de Gaulle werde bereits am Donnerstag ins östliche Mittelmeer verlegt. Dadurch werde die Schlagkraft verdreifacht. "Wir brauchen mehr Luftschläge", betonte der Präsident.

Landesweite Razzien

Drahtzieher der Attacken von Paris könnte laut Medien der gesuchte belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud sein. Die Polizei fahndete zudem nach weiteren flüchtigen Komplizen. In Frankreich durchsuchte die Polizei landesweit rund 170 Wohnungen und nahm 23 Verdächtige fest. Dabei wurden 31 Waffen beschlagnahmt, darunter in Lyon ein Raketenwerfer. Ziel der Razzien war nach Regierungsangaben vor allem, weitere Anschlagspläne zu vereiteln. Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte an, auch Moscheen zu schließen, in denen radikales Gedankengut verbreitet werde. Hollande berichtete, die Anschläge seien in Syrien beschlossen und geplant und dann teils von Franzosen in Belgien organisiert worden. "Es ist grausam, das zu sagen: Aber es waren Franzosen, die andere Franzosen getötet haben." Künftig solle es möglich sein, Franzosen mit zwei Nationalitäten die Staatsbürgerschaft abzunehmen, wenn sie wegen eines Angriffs auf "fundamentale Interessen der Nation" verurteilt worden seien. Auch in Belgien gab es erneut Razzien. Spezialeinsatzkräfte suchten am Montag in Brüssel vor allem nach dem flüchtigen Belgier Salah Abdeslam - allerdings erfolglos. Der 26-Jährige ist der Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris und zur Fahndung ausgeschrieben. Gegen zwei Männer, die mit Salah Abdeslam am Samstagabend in einem Auto im nordfranzösischen Cambrai gestoppt wurden, erging Haftbefehl. Beamte hatten die drei Männer zunächst unbehelligt weiterfahren lassen. Die beiden Verdächtigen wurden jedoch später in Brüssel festgenommen.

Der mutmaßliche Drahtzieher Abaaoud gilt als meistgesuchter Islamist Belgiens. Der 28-jährige Belgier mit marokkanischen Wurzeln soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten und dort für den IS gekämpft haben. Früher lebte er ebenfalls in dem Brüsseler Stadtbezirk Molenbeek, der für seine Islamistenszene bekannt ist. Über die sieben getöteten Angreifer werden unterdessen immer mehr Details bekannt. Gegen einen Attentäter aus dem Musikclub "Bataclan", den in Paris geborenen Samy Amimour, wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Oktober 2012 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt.

Zweites deutsches Opfer

Das Auswärtige Amt identifizierte ein zweites deutsches Todesopfer. Der 51-Jährige kommt aus Niedersachsen. Dies teilte die in der Nähe von Hannover lebende Familie am Montag mit. Mit einer Schweigeminute wurde in Frankreich und europaweit der Opfer von Paris gedacht. Die großen Islamverbände in Deutschland versprachen, sich stärker gegen eine Radikalisierung junger Muslime einzusetzen. "Die Mörder von Paris irren, wenn sie glauben, sie seien die Vollstrecker eines göttlichen Willens", sagte Zekeriya Altug, Sprecher des Koordinationsrats der Muslime.
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