Tschechiens Präsident Milos Zeman würde Migranten aus Europa ausweisen - "Genetische ...
Rechte Töne aus dem Nachbarland

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman. Bild: dpa

Tschechiens Staatschef Milos Zeman hat nach den terroristischen Anschlägen in Paris empfohlen, Einwanderer und deren Nachkommen aus Europa zurück in ihre "Ursprungsländer" zu deportieren. In einem Interview für die Tageszeitung "Denik" sagte er: "Jeder sollte in seinem Ursprungsland leben, seine Religion ausüben und nicht das normale Leben in Ländern stören, die eine andere Kultur haben."

Einwanderer hätten eine "genetische Abhängigkeit", die sie nicht leugnen könnten. Das treffe auch auf die Kinder oder Enkel der ersten Einwanderungsgeneration zu, "aus dem Grund, dass sie da eine genetische Abhängigkeit haben. Menschen aus (islamischen Ländern) haben keine Fähigkeit, sich zu adaptieren", fügte Zeman hinzu. Dass Muslime in europäischen Großstädten in Ghettos leben, hätten sie sich selbst zuzuschreiben. Zemans "Gen-Abhängigkeitstheorie" stieß in Kommentaren auf scharfe Ablehnung.

Die linksgerichtete Zeitung "Pravo" bemerkte beispielsweise, der Präsident werde damit zum Helden "einer bestimmten Sorte von Leuten": "Derer, die zunächst die Roma nach Indien aussiedeln und dann mit einigen anderen ähnlich verfahren wollten, wenn sie einem nicht passen. Wie das endet, wissen wir mehrfach aus der Geschichte." Die Zeitung fügte hinzu, man müsse froh sein, dass nicht ausgerechnet Zeman die Tschechische Republik beim Gedenkmarsch am Sonntag in Paris vertreten habe. Dort waren für die Prager Führung Premier Bohuslav Sobotka und Außenminister Lubomir Zaoralek zugegen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Zeman anderen die Deportation von Missliebigen rät. Bei einem Israel-Besuch 2002 als damaliger Regierungschef hatte er in einem Interview der Zeitung "Haaretz" den seinerzeitigen Palästinenser-Chef Arafat mit Hitler verglichen und den Israelis nahe gelegt, die Palästinenser ebenso zu vertreiben wie die Tschechen nach dem Zweiten Weltkrieg die Deutschen "ausgesiedelt" hätten.

Pegida-Sympathisanten

Die Anschläge von Paris haben dazu geführt, dass in Tschechien die Zahl derer wächst, die sich gegen eine "Islamisierung" ihres Landes stellen. Eine entsprechende Facebook-Seite hat mittlerweile mehr als 100 000 Unterstützer. Zulauf bekommt auch eine Seite, die die Pegida-Bewegung in Deutschland unterstützt. Deren Anhängerschaft beläuft sich derzeit auf 2600. Hier lassen sich per Videoübertragung auch die Pegida-Demonstrationen in Dresden verfolgen.

Für Freitag haben tschechische "Islamisierungsgegner" eine Demonstration auf der Prager Burg geplant. Bislang haben online knapp 3000 Menschen ihr Kommen angekündigt.
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