Türkei verärgert über Franziskus

(dpa/KNA) Papst Franziskus hat die Verfolgung der Armenier während des Ersten Weltkriegs öffentlich als "ersten Genozid des 20. Jahrhunderts" bezeichnet. Bei einem Gottesdienst mit Katholiken des armenischen Ritus am Sonntag im Petersdom stellte er die Massaker und Todesmärsche im Osmanischen Reich, durch die nach Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Armenier ums Leben kamen, in eine Reihe mit der NS-Judenvernichtung und mit der durch den sowjetischen Diktator Josef Stalin herbeigeführten Hungersnot in der Ukraine.

Als Reaktion bestellte die Türkei, die es als Rechtsnachfolgerin des osmanischen Imperiums ablehnt, von Völkermord zu sprechen, den Vatikan-Botschafter ins Außenministerium in Ankara ein und zog ihren eigenen Vertreter beim Heiligen Stuhl ab. Außenminister Mevlüt Cavusoglu erklärte: "Religiöse Ämter sind nicht der Ort, mit haltlosen Vorwürfen Feindschaft und Hass zu schüren." Die Erklärung des Papstes sei "weit von Geschichte und Recht entfernt" und nicht hinnehmbar. (Seite 39)
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