Türöffner in die Gesellschaft

Die Regierung der Oberpfalz hat vier Projekte mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. Bei der Feierstunde gab es aber auch mahnende Worte.

Der Flüchtlingszustrom nach Deutschland gab der Verleihung des Integrationspreises der Regierung der Oberpfalz am Donnerstag in Regensburg einen hochaktuellen Anstrich. Der erste Preis ging an das Team des "Cafés der Welt" im Bürgerhaus der Stadt Neumarkt. Sozialministerin Emilia Müller (CSU) nutzte die Gelegenheit, um die Haltung der Staatsregierung zu unterstreichen: Eine angemessene Integration sei nur möglich, wenn die Zuwanderung begrenzt wird.

Offener Treff in Neumarkt

Das "Café der Welt" ist eine langjährige Einrichtung in Neumarkt. Der beliebte Treffpunkt ist jeden Donnerstag von 9 bis 10.30 Uhr für Einheimische und Bürger mit Migrationshintergrund geöffnet. Das Café fungiert als offener Treff zwischen unterschiedlichen Generationen und Kulturen. Etwa 20 Besucher kommen jede Woche.

Bei landestypischen Knabbereien aus verschiedenen Teilen der Erde tauschen sich die Besucher im Gespräch aus. Die unterschiedlichen Kulturen und Bräuche im gelebten Alltag eines jeden Einzelnen werden sichtbar. Hocherfreut nahmen die Organisatorinnen Helga Göllner und Gundel Deininger den mit 2000 Euro dotierten ersten Preis entgegen.

Den mit 1500 Euro dotierten zweiten Preis erhielt die Schule am Mönchsberg in Hemau (Kreis Regensburg) mit dem Motto "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Mit dem ehemaligen Übergangswohnheim, in dem zunächst Spätaussiedler und Russlanddeutsche untergebracht waren, begann für die Schule die Zeit, in der Buben und Mädchen aus anderen Kulturkreisen hinzustießen. Die Schule reagierte mit vielfältigen Projekten, etwa "Wir sind Deutschland" oder "Gemeinsam geht es besser".

Die beiden dritten Preise, dotiert mit je 750 Euro, wurden an den Arbeitskreis für ausländische Arbeitnehmer und an die Von-der-Tann-Grundschule, beide aus Regensburg, verliehen. Der Schwerpunkt des 1971 entstandenen Arbeitskreises liegt in der Basisarbeit für Sprachförderung und Jugendarbeit. Der Verein wurde 2012 bereits ausgezeichnet und wurde dieses Jahr für ein Projekt zur gesellschaftlichen Teilhabe von Mädchen und Frauen mit Ein- und Zuwanderungshintergrund erneut geehrt. Die Grundschule Von-der-Tann hatte sich mit dem Projekt "Spring - Deutsch lernen durch Sprechen und Singen", konzipiert zusammen mit dem Lehrstuhl für Musikpädagogik der Universität Regensburg, beworben. Die Konzeption basiert auf der Überlegung, dass der Erwerb der deutschen Sprache mit dem Hilfsmittel Musik leichter fällt. Ministerin Müller dankte den Geehrten ausdrücklich für ihren Einsatz. Eine gelungene Integration sei die Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben aller. Sie sprach angesichts der zahlreichen in Deutschland ankommenden Flüchtlinge von einer "Völkerwanderung". Man müsse die Zahl begrenzen, pochte die Ministerin. Ansonsten sei eine gelingende Integration der Bleibeberechtigten nicht möglich.

Bartelt: "Paradebeispiele"

Regierungspräsident Axel Bartelt sagte, bei einer Million an Flüchtlingen sei ihm nicht bange. Wenn die Zahl in den nächsten Jahren so weiter steige, wisse er allerdings nicht, wie es weitergeht. Die Preisträger nannte er "Paradebeispiele für gelungene Integrationsarbeit in der Oberpfalz" und echte "Türöffner" für die Einwanderer.
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