Turbulenzen um Drohne

Eine Drohne vom Typ "Shadow" stürzte im Truppenübungsplatz Hohenfels ab. Flugzeuge gleichen Typs kamen auch im Februar 2008 in der Nähe der Stadt Bakuba im Irak zum Einsatz. Archivbild: AFP

Kritiker hatten es befürchtet. Nun trat der Fall ein: Eine Drohne der US-Armee ist abgestürzt - allerdings nicht über bewohntem Gebiet, sondern über dem Übungsplatz Hohenfels. Nun gibt es Kritik an der Informationspolitik der Streitkräfte.

(räd/dpa) Keine Verletzten und keine Schäden, außer an der Drohne selbst. Lieutenant Colonel Brian Carlin, Pressesprecher des Joint Multinational Training Command (JMTC) in Grafenwöhr, bestätigte am Mittwoch den Absturz einer Drohne vom Typ "Shadow" über dem Truppenübungsplatz Hohenfels (Kreis Neumarkt). Das Fluggerät sei am Nachmittag des 4. November gegen 16 Uhr in ein Waldstück gefallen. Suchmannschaften hätten die ferngesteuerte "Shadow" unmittelbar danach gefunden. Am Dienstagabend hatte es zunächst geheißen, die Suche habe mehrere Tage gedauert.

Warum es zu dem Unfall kam, ist weiter unklar. Die Untersuchungen der US-Armee laufen, hieß es. Klar ist hingegen, dass die Drohne, die der ersten Brigade der ersten US-Kavalleriedivision ("Ironhorse") aus Fort Hood (Texas) angehört, während einer Militärübung des Manövers "Combined Resolve III" abstürzte.

Dem Vernehmen nach soll die Maschine, die zu einem Aufklärungsflug eingesetzt und nicht bewaffnet war, in der Nähe der ehemaligen Ortschaft Machendorf niedergegangen sein. Schäden sind nach Angaben der US-Armee ausschließlich an der Drohne entstanden. Wie groß diese sind, ist derzeit noch nicht bekannt, so Carlin. Gefahr für Soldaten und Zivilisten habe zu keiner Zeit bestanden, hieß es. Die Drohne habe den Luftraum über dem Übungsplatz nicht verlassen. Seit längerem regt sich Unmut über den Einsatz der Drohnen. Kritiker sehen sich nun bestätigt. Der Unfall zeige, dass Drohnen nicht hundertprozentig beherrschbar seien, sagte der Bürgermeister von Schmidmühlen, Peter Braun (CSU), dem Bayerischen Rundfunk (BR). Er und seine Kollegen hatten bei einem Bürgermeistertreffen von dem Unfall erfahren.

Zu wenig Informationen

Das Sicherheitsgefühl der Bürger sei beeinträchtigt, sagte Braun und kritisierte eine mangelnde Informationspolitik der Verantwortlichen. Er habe von dem Vorfall erst aufgrund von Medienberichten erfahren. Heidi Kaschner, Landesvorstandsmitglied der Linken und Vorsitzende der Bürgerinitiative "Keine Drohnen in der Oberpfalz", sagte: "Es ist nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Drohne über zivilen Dörfern in der Oberpfalz abgestürzt wäre." Die Bundesregierung müsse jetzt schonungslos für Transparenz sorgen und ihre Drohnenpolitik gegenüber den USA radikal ändern.

Die "Shadow" ist 3,4 Meter lang und hat eine Spannweite von 3,9 Metern. Sie wiegt betankt 154 Kilogramm. Die ersten Exemplare wurden 2003 in Dienst gestellt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.