Twittern aus Arbeitsalltag: 15 Polizisten liefern zwölf Stunden lang Live-Ticker von den ...
Von wegen Mord und Totschlag

Die Berliner Polizei twitterte am Freitag auch Skurriles. Bild: dpa
Streitende Pärchen, renitente Rentner und: "Ein Kamel im Friedrichshain unterwegs." Das alles kann zum Alltag eines Berliner Polizisten gehören. Wer sich dafür interessiert, konnte am Freitag reichlich Kurioses und teils Tragisches detailliert beim Kurznachrichtendienst Twitter nachlesen. 15 Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen lieferten zwölf Stunden Live-Ticker von den Einsätzen zweier Wachen.

Das hatte - zumindest bis zum Nachmittag - ziemlich wenig mit Mord und Totschlag zu tun. Unterhaltsam, aber wenig spannend klangen die meisten Aufgaben, die die Polizisten aus den Wachen in Mitte und Kreuzberg in der Hauptstadt bei kaltem Schmuddelwetter bewältigen mussten. 15.12 Uhr: "Jetzt geht's zu einer verwirrten Person." Oder um 14.54: "Mit Blaulicht weiter zu einem randalierenden Opa mit Gehstock."

Für die Aktion, die die Berliner Polizei schon zum zweiten Mal machte, nimmt die Behörde einigen Aufwand in Kauf. Doch warum eigentlich? "Für uns ist das zum einen eine Art Imagekampagne", sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. "Wir möchten einfach gerne darstellen, was die Polizei jeden Tag leistet und was wir für die Bürger in dieser Stadt tun."

Für den Polizei-Nachwuchs

Der zweite Grund: Die Berliner Polizei sucht dringend Nachwuchs und will jungen Menschen über soziale Medien zeigen, wie unglaublich vielfältig der Beruf ist. Bereits im Juni hatte die Polizei in einer deutschlandweit neuen Aktion 24 Stunden alle Einsätze, die über die Notrufzentrale abgewickelt wurden, getwittert. Mit hervorragender Resonanz: Auf 450 Ausbildungsplätze hätten sich 10 000 junge Menschen beworben.

Doch die Polizei nutzt die Aktion auch für Hinweise für den findigen Bürger. "Finger weg vom Hütchenspiel", heißt es um 15.33 Uhr. Mehrfach müssen die Beamten zu "laut streitenden Pärchen" ausrücken.

Und das Kamel in Friedrichshain? Das junge Fohlen war aus einem Zirkus ausgebüxt und schnell wieder eingefangen. Die Polizisten posierten noch mit dem Tier für ein Foto - und teilten es natürlich bei Twitter.

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