Twitternder Bischof mahnt zu mehr Zurückhaltung
"Gebote gelten auch für Social Media"

Ludwig Schick (65), erster twitternder Bischof Deutschlands, vermisst ethische Maßstäbe in den neuen Medien. Die Zehn Gebote, darunter "Du sollst nicht lügen, den Namen Gottes nicht verunehren" und das Gebot der Nächstenliebe müssten auch dort gelten, sagte der Bamberger Erzbischof dem "Manager-Magazin" in Hamburg. "Leider Gottes ist das nicht immer der Fall".

Für den Erzbischof ist der Kurznachrichtendienst Twitter nach eigenen Worten das bevorzugte Medium. "Um die jungen Menschen zu erreichen, muss man in die modernen Medien gehen." Schick twittert seit Dezember 2012 und hat inzwischen fast 3000 Follower, "die Zahl steigt ständig, allein im letzten Monat kamen 100 neue dazu". Alle seine Botschaften schreibe er selbst ohne Unterstützung einer Redaktion.

Die Beschränkung von Botschaften auf 140 Zeichen sei "gut für die Disziplin, knapp zu sagen, was man sagen will", so der Erzbischof. Allerdings sei das nicht ganz neu für ihn, weil auch in der klassischen Predigtlehre stets zwei Kernsätze formuliert werden sollten. "Das habe ich jahrelang unterrichtet."

Auf seine Tweets erhalte er meist positive Reaktionen, "aber natürlich auch negative", erzählte Schick. Das sei gut so. "Wenn man seine Nase aus dem Fenster reckt, spürt man auch den Wind."
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