Umgehung ein Dornröschen?

Die geplante Westumgehung Kümmersbrucks laufe dank der Kümmersbrucker CSU Gefahr, in einen Dornröschenschlaf zu versinken: Dies befürchtet Birgit Fruth, Vorsitzende der Amberger SPD-Fraktion.

(usc) Dass Amberg Interesse an einer raschen Verwirklichung des umstrittenen Mammut-Projekts hat, kam jetzt bei einem Treffen des SPD-Unterbezirks zum Ausdruck. Dessen Vorstandsmitglied Birgit Fruth bezeichnete das Treffen als offenes Gespräch.

Für Amberg wichtig

Bei der Siemens-Ausfahrt in Höhe des Dultplatzes erinnerte Fruth an den Grundsatzbeschluss des Amberger Stadtrats vom Januar 2012, hier im Zuge der Westumgehung einen Kreisel zu errichten. Eine Westumgehung wäre ein wichtiges Bauvorhaben auch für Amberg, betonte sie. Fruth verwies in diesem Zusammenhang auf das geplante interkommunale Gewerbegebiet bei Atzlricht, das für den Schwerverkehr aus Richtung Vilstal über die Umgehung am besten zu erreichen wäre.

Auch Martin Seibert (Amberg) griff in der anschließenden Diskussion in der Blauen Traube in Haselmühl diesen Aspekt auf. Er unterstrich den Bedarf Ambergs, angesichts steigenden Fahrzeugaufkommens den Verkehr in geregelte Bahnen zu lenken: Die Westumgehung wäre dabei die erforderliche dritte Achse. Sie würde den Verkehr nach Amberg-West rechtzeitig verteilen. Es sei erforderlich, nicht nur auf einem Weg nach Amberg zu kommen.

Ein Blick auf die AM 30

Ambergs Baureferent Markus Kühne nannte die künftige Verkehrssituation bei Siemens nicht einfach. Hier dürfe nach Fertigstellung der Westumgehung kein großer Rückstau entstehen und der Anlieferverkehr zu Siemens nicht darunter leiden.

Manfred Moser (Kümmersbruck) ging auf das Thema Umwelt und Straßenbau ein. Er verwies dabei auf die lange Diskussion vor dem Ausbau der AM 30. Dort habe man der Natur mehr zurückgegeben, als man ihr genommen habe. Die Gemeinde Kümmersbruck könnte beim Bau der Westumgehung Maßnahmen für den Umweltschutz aus eigener Tasche begleichen.

Die schlechteste Variante

Freya Zobel von der Bürgerinitiative "Ortsdurchfahrt entlasten - Natur erhalten" unterstrich, dass sie durchaus für eine Entlastung der Ortsdurchfahrt und eine Umfahrung sei - aber gegen die Westumgehung in der angedachten Form. Diese sei die teuerste, am wenigsten umweltverträgliche und längste aller Varianten.

Eine Westumgehung brächte nur Vorteile für Siemens und Grammer, davon ist Zobel überzeugt. Gegenüber der Zählung von 1995 mit 17 300 Fahrzeugen habe sich der Verkehr in den vergangenen 15 Jahren zudem nicht wesentlich verändert. (Blickpunkt)
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