Umnutzung als Flüchtlingsunterkunft bis vorraussichtlich März
Mehrzweckhalle wird gesperrt

Die Mehrzweckhalle in Weiden. (Bild: Huber)
Weiden. (fku) Die Mehrzweckhalle wird wohl ab Sonntag gesperrt und zur Notunterkunft für Flüchtlinge. Darauf einigten sich die Spitzen der Stadtpolitik bei einem Sondertreffen. Die Umnutzung soll bis März andauern. Bis dahin lässt die Stadt eine neue Halle bauen.

Die Beratungen am Samstagmittag dauerten eineinhalb Stunden. Dann stand ein Ergebnis, das Härten mit sich bringt, wie Oberbürgermeister Kurt Seggewiß einräumt. Hinter dem aber alle Teilnehmer - die Bürgermeister und die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen - einmütig stünden: Die Stadt wird die Notunterkunft für Flüchtlinge in der Berufsschulturnhalle auflösen und ab Sonntag, 8. November, in die deutlich größere Mehrzweckhalle (MZH) ausweichen.

Gleichzeitig habe man beschlossen, auf einem stadteigenen Grundstück im Gewerbegebiet westlich der Neustädter Straße eine Halle als Notunterkunft für 200 bis 300 Flüchtlinge errichten zu lassen. Dazu gebe es Angebote von der Landesregierung, die dabei mit Firmen kooperiere. München werde auch die Kosten übernehmen. Der Bau werde bis März dauern. Danach könnte die MZH wieder frei sein.

Hintergrund ist, dass die Stadt deutlich mehr Flüchtlinge erwartet (wir berichteten). Nach einer Prognose vom Donnerstag werden es bis Jahresende 820 sein. Derzeit leben rund 450 Flüchtlinge in Weiden. Die Stadt muss deshalb unter anderem künftig 200 Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen zur Verfügung stellen, fordert die Regierung. Das sind doppelt so viele wie bisher. Die Berufsschulhalle bietet aber nur Platz für 100 Personen.

Alternativen geprüft

Seggewiß betont, dass die Entscheidung für die MZH nicht leichtfertig gefallen sei. "Wir sind alle Möglichkeiten durchgegangen." Doch letztlich hätten sich sämtliche Alternativen wie das Gebäude des früheren "Praktiker"-Baumarkts als untauglich erwiesen. Die MZH habe dagegen die nötige Infrastruktur. Auch sei es nicht möglich gewesen, auf zwei Standorte auszuweichen. Aus finanziellen Gründen. Und um die Helfer, etwa das BRK, nicht zusätzlich zu belasten. Zwar werde die Stadt in dieser Woche noch zwei weitere Alternativen zur Mehrzweckhalle im Gewerbegebiet West III prüfen. Es sei aber "sehr wahrscheinlich", dass es auf die MZH hinauslaufen werde.

Bitte um Akzeptanz

Dabei sei allen natürlich klar, dass die vorübergehende Sperrung der Halle am Langen Steg - die letzte Veranstaltung wird wohl ein Konzert der Band "voXXclub" am Samstag sein - viele vor Probleme stelle: Vereine, Veranstalter oder Privatleute, die die MZH gemietet haben. Er werde ab Montag das Gespräch vor allem mit den Vereinen suchen, da eine Vorabinformation am Wochenende leider nicht möglich gewesen sei, sagt Seggewiß. Er bitte darum, die Entscheidung zu akzeptieren. "Das ist einfach eine Notsituation."

Umso wichtiger sei dabei, dass in der Runde mit den Fraktionschefs und Bürgermeistern "ein Konsens erzielt" wurde. Alle stünden hinter der Entscheidung. "Wir sind uns einig: Uns werden Menschen anvertraut, die stehen unter unserem Schutz."
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