Unermüdlich weiterkämpfen

Als Mahner traten EU-Koordinator Christos Stylianides (Mitte) und die Staatsoberhäupter der von Ebola am stärksten betroffenen Länder - von links: Alpha Conde (Guinea), Ellen Johnson Sirleaf (Liberia), Ernest Bai Koroma (Sierra Leone) und Denis Sassou Nguesso (Kongo) - bei der Pressekonferenz auf. Bild: dpa

Mehr als ein Jahr hat das tödliche Ebola-Virus in Westafrika jetzt gewütet. Ganz allmählich bekommen die Helfer die Seuche anscheinend in den Griff. Wie geht es weiter im Kampf gegen die Krankheit?

Bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie haben die Präsidenten der von Ebola erschütterten Länder Westafrikas vor Ermüdungserscheinungen gewarnt. Die vollständige Ausrottung der Seuche sei eine schwierige Aufgabe, mahnte etwa der Präsident von Guinea, Alpha Condé, bei einer internationalen Konferenz am Dienstag in Brüssel. "Es ist einfacher von hundert (Krankheitsfällen) auf zehn zu kommen als von zehn auf null."

Mehr als 9500 Tote

Ebola hat in Guinea, Sierra Leone und Liberia nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher mehr als 9500 Tote gefordert, Verdachtsfälle eingeschlossen. Allerdings sinken die Zahlen der Neuansteckungen inzwischen. "Unsere drei Länder beginnen, über die tödliche Krankheit zu triumphieren, die die Souveränität jedes unserer Länder bedroht hat", sagte Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. Allerdings seien weitere Anstrengungen nötig, damit es irgendwann keine neuen Ansteckungen gebe.

Die Bundeswehr beendet derweil ihren Einsatz für Ebola-Kranke in Liberia. "In den nächsten Tagen werden die letzten Soldaten ausgeflogen, zuerst die freiwilligen Helfer, danach das Unterstützungsteam", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Die Luftbrücke werde zum Monatsende eingestellt. Danach soll das Deutsche Rote Kreuz das Behandlungszentrum mit lokalen Angestellten weiterführen.

Bei der Konferenz ging es um eine Zwischenbilanz im Kampf gegen Ebola und um das weitere Vorgehen - auch bei der tatsächlichen Auszahlung in Aussicht gestellter Gelder. Die internationale Gemeinschaft hat bisher 4,55 Milliarden Euro zugesagt. Davon seien ungefähr 2,15 Milliarden Euro ausgezahlt worden. Neue Finanzzusagen gab es nicht. Allerdings planen die Vereinten Nationen eine Geberkonferenz für Ende Mai. Auch bei der Frühjahrstagung der Weltbank soll Ebola Thema sein.

Im Rückblick auf den Kampf gegen Ebola sagte der Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner: "Da müssen wir alle Lehren draus ziehen, vor allem, dass wir zu spät dran waren." Nur die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" habe rasch reagiert. Das Wichtigste sei, dass die internationale Gemeinschaft bei der nächsten Krise schneller antworte.
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