Ungarn kontrolliert wieder - Notstand auf Lesbos?
Drama in Budapest

Die europäischen Grenzen geraten ins Wanken: Ein mazedonischer Polizist trägt ein Kind am Stacheldraht vorbei über die Grenze zwischen der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien und Griechenland. Die Balkan-Route der Flüchtlinge führt über Griechenland, Mazedonien und Serbien nach Ungarn, das Tor zur EU. Bild: dpa
Die Lage der 2000 bis 3000 Flüchtlinge, die am Budapester Ostbahnhof an der Weiterreise nach Deutschland gehindert werden, spitzt sich zu. Nachdem die Polizei das Bahnhofsgebäude abgeriegelt hatte, mussten die Flüchtlinge die Nacht zum Mittwoch auf dem Vorplatz oder in einem nahen U-Bahn-Untergeschoss verbringen. Beobachter berichteten von kritischen hygienischen Zuständen: Für die vielen Menschen gab es nur vier mobile Toiletten.

Wegen der Kontrollen in Budapest kamen am Mittwoch kaum noch Flüchtlinge aus Ungarn und Österreich in Bayern an. Trotz des neuen Grenzzauns an der Grenze zu Serbien trafen aber allein am Dienstag insgesamt 2284 neue Flüchtlinge in Ungarn ein. In der griechischen Hafenstadt Piräus kamen am Mittwoch 2500 Migranten an Bord der Fähre "Eleftherios Venizelos" an. Bereits am späten Dienstagabend hatte die Fähre "Tera Jet" mehr als 1700 Migranten nach Piräus gebracht. Die Schiffe hatten die Migranten aus der völlig überfüllten Insel Lesbos abgeholt. Auf den Inseln der Ostägäis herrschen teils chaotische Zustände. Spyros Galinos, der Bürgermeister von Lesbos, forderte die Regierung in Athen auf, den Notstand auszurufen. Bei verschiedenen Rettungseinsätzen im Mittelmeer wurden am Mittwoch außerdem mehr als 2800 Bootsflüchtlinge gerettet. (Seite 3 und 4)
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