Union und SPD einig bei der Erbschaftsteuer
Höhere Freigrenzen

Union und SPD haben ihren Streit über die Reform der Erbschaftsteuer beigelegt und kommen Firmen nochmals entgegen. Die in der Wirtschaft umstrittene Freigrenze bis zu einer "Bedürfnisprüfung" soll nun auf 26 Millionen Euro je Erbfall angehoben werden - statt der zunächst geplanten 20 Millionen Euro. Bei Familienunternehmen mit Kapitalbindungen liegt diese Schwelle jetzt bei 52 Millionen Euro statt 40 Millionen Euro.

Unterhalb dieser Grenzen kann der Erbe oder Beschenkte künftig weiter automatisch in den Genuss der Verschonung kommen. Bei der "Bedürfnisprüfung" soll privates Vermögen bis zur Hälfte herangezogen werden. Wer das nicht will, kann auf ein Abschmelzmodell zurückgreifen. Dann würde ein geringerer Teil des Unternehmensvermögens von der Steuer verschont. Bei diesem "Abschmelzmodell" gibt es Änderungen: Wenn der geerbte Anteil 116 Millionen Euro wert ist, gibt es bei Weiterführung des Betriebs über 5 Jahre nur noch einen Steuerrabatt von 20 Prozent, bei 7 Jahren Weiterführung sind es 35 Prozent. Bei Familienunternehmen mit Kapitalbindungen und der höheren Freigrenze gilt dieser Abbaupfad zwischen 52 Millionen und 142 Millionen Euro. Grundsätzlich müssen künftig mehr Unternehmen nachweisen, dass sie für die erlassene Erbschaftsteuer Arbeitsplätze erhalten. Nur bei Kleinstbetrieben mit bis zu drei Mitarbeitern wird die Lohnsumme nicht kontrolliert.
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