Unsere Buchtipps für ruhige Lesestunden im beginnenden Winter
Viel Ergreifendes

Druckfrischen Lesestoff für kuschelige Abende haben Ralf Volkert und sein Team von der Buchhandlung Volkert in Sulzbach-Rosenberg parat.

Maik Brüggemeyer: "Catfish"

Schon während seiner Karriere war Bob Dylan nicht greifbar, und so ist es bis heute. Trotz unzähliger Biografien, die über das viel gecoverte Idol mehrerer Musikergenerationen erschienen sind, bleibt die Person Dylan ein Mythos. Der Journalist Maik Brüggemeyer, der für das Musikmagazin "Rolling Stone" arbeitet, machte sich auf die Suche nach dem großen Künstler - und spürt dabei zahlreiche Kunstfiguren auf, die ihm den Weg zu Bob Dylan weisen.

"Eine sehr interessante Herangehensweise. Dieses Buch ist das Richtige für Bob-Dylan-Fans und für alle, die sich fragen, was diesen Mann ausmacht.

Dennis Lehane: "Am Ende einer Welt"

Joe Coughlin, der ehemalige Boss eines Mafia-Syndikats, hat sich zur Ruhe gesetzt und ist ein angesehener Bürger geworden. Die Geschäfte leiten andere, während der Zweite Weltkrieg die Drogen- und Rum-Geschäfte umwälzt. Bis er erfährt, dass ein Mordanschlag auf ihn geplant ist und die Zukunft seines kleines Sohnes in Gefahr ist.

"Der Nachfolgeband von "In der Nacht" ist großes Mafia-Kino, auch wenn man den ersten Roman nicht gelesen hat. Ein toller, klassischer Gangsterkrimi."

Alfred Hayes: "In Love"

New York in den 50er Jahren: Die junge Freundin eines Mannes mittleren Alters bekommt auf einer Party ein unmoralisches Angebot. Ein distinguierter Herr bietet ihr tausend Dollar für eine gemeinsame Nacht.

Ihr Freund, der sich ohnehin nie ganz sicher ist, wie fest die Beziehung eigentlich ist, will nicht den Eifersüchtigen spielen und lässt ihr freie Hand. Tatsächlich trifft sie den reichen Herrn wieder, wird seine Geliebte, wodurch die Beziehung zu ihrem Freund zerbricht. Erst jetzt erkennen beide, was sie verloren haben...

"Geschichten dieser Art wurden schon viele erzählt, aber diese hat einen besonderen Ton, einen besonderen Sound - fast wie ein Song von Miles Davis. Eine tolle Wiederentdeckung aus den 50er Jahren. Die Liebesgeschichte, die etwas Unverbindliches hat, passt gut in die heutige Zeit."

J.J. Abrams, Doug Dorst: "S. - Das Schiff des Theseus"

Studentin Jen leiht sich in der Bibliothek das Buch "Das Schiff des Theseus" aus. Darin findet sie Hunderte Randbemerkungen des Studenten Eric, der offensichtlich herausfinden will, wer sich hinter dem Pseudonym des Autors, V.M. Straka, verbirgt. Sie ergänzt ihre eigenen Randnotizen, woraus sich eine Unterhaltung zwischen den beiden Studenten auf den Buchseiten entwickelt. Gemeinsam versuchen sie, das Geheimnis um den mysteriösen Autor zu lüften, und werden immer weiter in den Roman hineingezogen.

"Eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte: die der beiden Studenten, die des Schiffs des Theseus, die in den Randbemerkungen. Zum Schluss wird daraus eine veritable Abenteuergeschichte. Das Buch selbst ist toll und aufwendig gemacht, die Randbemerkungen in Handschrift, und es liegen Zeitungsausschnitte, Kopien, Fotos darin. Das schönste Buch des Jahres!"

Emily St. John Mandel: "Das Licht der letzten Tage"

Ein mutierter Grippevirus hat fast die komplette Menschheit ausgelöscht. Es gibt keinen Strom mehr, kein fließendes Wasser, die Infrastruktur ist zerstört. Doch die wenigen Überlebenden wollen die Gesellschaft wieder aufbauen, erinnern sich an die Zeit vor dem Grippeepidemie und wollen nicht sehen, dass das das Ende ist.

"Das ist eines der besten Bücher, die ich heuer gelesen habe. Die Stimmung ist etwas bedrückend, aber durch die vielen Rückblenden auf die Jetztzeit nicht deprimierend. Man hat immer im Hinterkopf, dass so etwas tatsächlich passieren könnte. Umwerfend!"

Ernest van der Kwast: "Fünf Viertelstunden bis zum Meer"

Die Brüder Ezio und Alberto haben nicht viel zu tun im heißen Sommer 1945. Deshalb gehen sie jeden Tag ans Meer und beobachten die Mädchen in ihren hochgeschlossenen Badeanzügen. Da taucht plötzlich Giovanna aus den Fluten auf - in einem Zweiteiler, der den Bauchnabel freilässt. Ezio verliebt sich auf der Stelle in sie und macht ihr im Laufe des Sommers zwei Heiratsanträge. Doch Giovanna liebt ihre Freiheit und will sie nicht aufgeben. Enttäuscht verlässt Ezio seine Heimat. Nie vergisst er seine große Liebe Giovanna - bis nach über sechzig Jahren ein Brief von ihr eintrifft.

"Eine Geschichte voll Leichtigkeit und Sinnlichkeit. Ich war selten von einem Buch so ergriffen."
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